Ralph Müller-Wagner wurde 1956 in Leipzig geboren und wuchs in Gröditz auf. Gröditz liegt in der Nähe seiner Lieblingsstadt Dresden.

1990 durfte er nach zwei Ausreiseanträgen endlich in die BRD übersiedeln. An der einen Hand ein Koffer. In der anderen Hand seine geliebte Tochter Saskia. Damals sechs Jahre alt. Ralph M-W. war ein alleinerziehender Vater.
Wenn Kinder erwachsen werden, gehen sie eigene Wege und so lebe ich nun am Rande der wildromantischen Alpen. In der Nähe vom Chiemsee. Nach dem Abitur wurde ich Lehrfacharbeiter für Transport-und Hebezeuge. Studierte zwei Semester Pädagogik am Institut für Lehrerbildung Radebeul/Dresden und ein Semester Ökonomie an der Ingenieurhochschule in Riesa. Heute arbeite ich sehr gern als Erstverkäufer für eine international operierende Einzelhandelskette. Da trifft man viele Leute und Charaktere. Beobachtet und studiert. Da ist das Leben und unsere Geschichten sollen ja leben. Dass ich auf ewig die Feder in die Hand nahm, verdanke ich auch meiner lieben Mutti. Als ich ein kleiner Junge war, erzählte sie mir am Bettchen vor dem Einschlafen selbstausgedachte Geschichten oder las Märchen vor. Sie förderte meine Sprache und Vorstellungskraft. In der Jugendzeit schrieb ich über die Liebe. Also versuchte ich mich an Liebesgedichten in freier rythmischer Form. Damals, in den "wilden Siebzigern", gründete ich die ostdeutsche Rockband "Centauri live" und zupfte oder schlug den Bass. In der Szene war ich nur unter dem Nicknamen "Fender" bekannt. Fast alle Texte stammten von mir. In deutscher Sprache. Wir durften keine englischen Texte schreiben. So entwickelte sich in der ehemaligen DDR eine eigenständige Rockmusikszene. Eine Art Identität und den Drang nach Freiheit versteckten wir in den Texten. Wir mussten auch eine Einstufung machen, um öffentlich auftreten zu dürfen. Mindestens sechzig Prozent deutsche (Eigenkompositionen) und höchstens vierzig Prozent englische Titel waren gefordert. Bei unseren Konzerten coverten wir dann Bands wie Deep Purple, Nazareth, Black Sabbath oder Uriah Heep.Damals spielte ich auch als Volksschauspieler am Arbeitertheater Gröditz. Von 1986 - 90 war ich Autor im Literaturzentrum "Schreibende Arbeiter" in Riesa. Künstlerischer Leiter war der Schriftsteller Jürgen Ritschel. Wir beschäftigten uns mit Problemliteratur und der Arbeit am Text. In dieser Zeit besuchte ich auch Literaturseminare. Ein besonderes Seminar war ein einwöchiger Aufenthalt im Barockschloss Rammenau bei Dresden 1987. Und warum schreibe ich heute? Es ist der innere Drang. Über die Menschen, unsere Welt, das Leben zu schreiben. Denn nur wir Menschen können die Welt verändern, in der wir leben. Außerdem bleibt man mit seiner Muttersprache und der Geschichte verbunden, die wir bewusst oder unbewusst mitgestalten. Andererseits existieren viele Rätsel und Wunder, die in der objektiven Realität verborgen sind. Die wir wegen unserer begrenzten Sichtweite nicht erkennen oder verstehen. Manchmal auch nicht erkennen möchten. Aber sie sind da, auch wenn sie die Wissenschaft belächelt. Auf dieser Ebene treibt mich die Welle nach Erkenntnis... bis ans Ende unserer irdischen Tage... bis alles wieder in einer anderen Form von Neuem beginnt. Auch darum schreibe ich. Ich habe noch viel zu sagen.
Ihr RMW
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Mit Tochter Saskia |
bisherige Veröffentlichungen ab 1985 Veröffentlichung von Kurzprosa und diverser Artikel zu bestimmten zeitgenössischen Themen, in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Auch zum phantastischen Realismus. 1995 - 2000 zahlreiche Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in den Anthologien "Prosa de Luxe" und "Im Regenbogenland". 2002 verfasste ich das Drehbuch "Perlenfischer" 2002 erste Buchveröffentlichung, "Die Wege der tausend Erinnerungen", in dem ich feinfühlig Reales und Transzendentes beschrieben habe. 2003 Co-Autor des Werkes "Zwischen Anpassung und Widerstand", Wolfgang Hager-Verlag, Österreich. 2003 veröffentlichte ich mein erstes Kinderbuch "Laura Langbein und die Reise zum Elfenschloss", im kalifornischen Verlagshaus "Intrag Publishing". 2003 Veröffentlichung der Novelle "Wenn Wolken weinen", in der weltweiten Ausgabe "Winterwelt". Herausgeber: Savah M. Webber und Intrag Publishing, Los Angeles/Kalifornien 2004 veröffentlichte ich die Novelle "Wenn die Blätter fallen", in der weltweiten Ausgabe "Hexe, Vampir, Magier". Herausgeber: Intrag Publishing, Los Angeles/Kalifornien. 2004 veröffentlichte ich die Erzählung "Memento mori - die Rache ist mein", in der weltweiten Ausgabe "Mystisches Mittelalter". Herausgeber: Intrag Publishing, Los Angeles/Kalifornien. 2004 veröffentlichte ich die Horrorgeschichte "Das verlassene Grab", in der weltweiten Ausgabe Nr. 2 der Anthologien "Ich glaube nicht an Geister - oder doch?". Herausgeber: Intrag Publishing, Los Angeles/Kalifornien. 2004 veröffentlichte ich die Geschichte für Kinder "Laura Langbein und das Wunder am Schwertsee" in der weltweiten Ausgabe "Schneeflocken, Tannenzweige & Kerzenwachs". Herausgeber: Intrag Publishing, Los Angeles/Kalifornien. 2006 Essay über Literatur im real existierenden Sozialismus im Literatur - Feder Magazin, Ausgabe 1, Juni 2006
Meine Interessen Was ich gerne höre: Klassik: Mozart, Vivaldi, Bach, Beethoven, Chopin, Ravel, Verdi, Händel
Rock: DEEP PURPLE, Ritchie Blackmore's Rainbow, Pink Floyd, Puhdys, Dream Theater, Yngwie Malmsteen, Led Zeppelin, Nazareth, Omega (Ungarn), Gary Moore
Renaissance-Musik: Blackmore's Night
Was ich gerne lese: Erwin Strittmatter, Goethe, Schiller, Hölderlin, Heine, Hemingway, Savah M. Webber, Wassili Schukschin, Sienkiewicz, Zola, Fallada, Hesse, Rilke, H.C. Anderson, Waldemar Bonsels, Manfred Kyper
und was ich gerne sehe: Monet, Renoir, Da Vinci, Michelangelo ...und DIE ALTEN MEISTER
Kleine Auswahl bisher erschienener Bücher:
 Die Wege der tausend Erinnerungen
Ralph Müller-Wagner ISBN: 3-831135-20-7 144 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesezeichen Preis: 21,00 EUR
Leseprobe
Foto: Saskia Müller
Die Wege der tausend Erinnerungen
Es ist Sommer. Ich laufe durch die ausgetrockneten Straßen der Innenstadt. Die Luft ist warm. Angenehm warm. Eisdielen, Biergärten und Cafés regieren. Schmucke Kellnerinen winden sich durch die engen Reihen fröhlicher, durstiger Gäste. Dieses Milieu bietet unverwechselbare Szenarien. Es werden Bekanntschaften geknüpft und Liebschaften geboren. Blickt man in die Gesichter der Dahineilenden, kann man ihre Sorgen erahnen, ihre Freuden und Ziele. Immer wieder wechselt ein hübsches Mädchen mit langen geraden Beinen an mir vorüber, schaut in die Auslagen der Geschäfte: Schmuck, Hüte, Kosmetik. Sie verwirrt meine Sinne. Ich lächle Sie an. Sie geht und wirft mir einen abfälligen Blick zu. Bezaubernd ihr kurzer, enger Rock, dessen Schlitz bei jedem Schritt ihre schlanken Beine zeigt. Auch ich sehe mir die Auslagen der Geschäfte an: Schmuck, Hüte, Kosmetik. Und stehe wieder bei ihr. Jetzt lächelt sie, lächelt nur den Auslagen zu, aber wühlt meine Seele auf. Es ist ein Lächeln, das man nie vergißt. Alles liegt darin. Hoffnung. Sehnsucht. Verlockung. Anmut. Traum. Dieses versteckte Lächeln galt mir. Ich will sie ansprechen, doch sie verschwindet schon wieder nach einem kurzen, tiefen Blick in meine Augen im Strom der Dahineilenden. Versonnen gehe ich weiter. Mit dem Mädchen. In Gedanken. Als ich Lindenduft und geheimnisvolle Stille einatme, ist mein Weg beendet. Mein Ziel erreicht. Der Stadtfriedhof. Zweimal die Woche suche ich diesen Weg, auf dem ich Leute treffe, denen ich oft begegne. Die ich manchmal fragen will, was sie her führt. Aber dann würden sie mich dasselbe fragen. Darum schweige ich und plaudere meine Gedanken über Ihn, den Tod, nie aus. Ich könnte ja jemanden damit verletzen. Es muß also keiner wissen, dass mich die vielen Geheimnisse neugierig machen, die in den Grabsteinen verborgen schlummern. Irgendwann liege ich ebenfalls in geweihter Erde. Ich spüre den Sog und das tiefe Unbekannte. Vor einem aufgetürmten frischen Hügel, der mit Kränzen und Blumen geschmückt ist, verweile ich wehmütig. Ein niedliches kleines Mädchen mit blonden Zöpfen sieht mich von einem Bild an, das zwischen all den Blumen aufgestellt ist. Sieben rote brennende Windlichter umsäumen das Bild und weben es in ihren Strahlenkranz ein. "Warum?" frage ich leise und blicke verständnislos in den tiefblauen Himmel. Es ist fast still, als ich mich gedankenversunken auf eine Bank setze, die sich unter einer dicken vernarbten Linde befindet. Sie duftet und scheint zu summen. Ich schaue entzückt in ihr dichtes Blattwerk. Entdecke unzählige eifrige Bienen. Wie merkwürdig unsere Welt doch ist. Unter der Erde der Tod. Das ewige Geheimnis. Süß. Bitter. Fremd. Herbeigesehnt. Verachtet. Darüber die sich aus der Knospe schälende Blüte. Das Leben. Süß. Bitter. Fremd. Herbeigesehnt. Verachtet. "Hast du das Püppchen gesehen? Es gesehen?" fragt klagend ein altes, gebrechliches Mütterlein. Langsam schlurft es auf mich zu. Setzt sich ungeniert neben mich. Das Leben hat tiefe Falten in sein verbranntes Gesicht geformt. Nur die Augen glänzen noch. Warme, beruhigende Augen. Ich fühle eine zittrige knochige Hand auf meiner Schulter. "Ja, ich habe das Püppchen gesehen."
zur Rezension von Tanja Schröder
 Zwischen Anpassung und Widerstand
Ursula Heumann, Michael Ostreicher, Ralph Mueller-Wagner ISBN 3-902400-14-5 168 Seiten, 14,8 x 21 cm 14,50 EUR
Leseprobe
Foto: azur-art
Spuren hinterlassen ... Der Alte spürte Peters Empfinden. "Wir Menschen leben auf dem Planeten zwischen Anpassung und Widerstand. Ein einziger, zeitloser Kampf. Den wir oft verloren. Und aufs Neue verlieren werden. Die Erde wird sich grundlegend verändern. Die wenigsten erahnen, in welch umwälzender Evolutionsphase wir heute leben. In absehbarer Zeit gibt es ein Monopol auf Trinkwasser. Afrika ist verwüstet. Alle Mittelmeerländer stehen unter Wasser. Das stolze England versinkt in den Fluten. Vorher ist der magnetische Pol der Erde verdammt schnell Richtung Osten gewandert und hat unser gesamtes Satellitensystem auf den Müllhaufen der Geschichte geschleudert. Gigantische Polarlichter leuchten über Deutschland, das bis Köln von Norden her geflutet ist. Und aus Island wird ein neuer Kontinent geboren. In den Alpen baut man Reis, Bananen und Kaffee an. Es ist so heiß, dass keiner mehr wagt, aus den Häusern zu gehen. Die Sonne brennt uns den Krebs auf die Haut. Aber in der Niederlage werden wir stark sein. Weil wir immer stark waren und wiederkamen. ..."
Autor: Literatenkreis Grüner Juni (Ralph Müller, Michael Oestreicher, Ursula Heumann) Wolfgang Hager Verlag ISBN 3-902400-14-5 168 Seiten, 14,8 x 21 cm, Softcover 14,50 Euro
Rezension von Tanja Schröder Ich denke, jeder kennt das Gefühl, unterdrückt zu werden. Den latenten Missmut, der sich mit der Zeit in aufbäumenden Zorn wandelt, welcher sich schließlich in Rebellion entlädt oder in fatalistischer Apathie endet. Im Großen sehen wir das in den Medien - ganze Völker begehren auf. Die Rebellion als Gewaltakt, den entweder die eine oder die andere Seite erfolgreich besteht. Doch im Kleinen? Den Weg des Widerstandes zu gehen ist niemals leicht und ihn allein zu gehen erfordert viel Mut. Viel Mut und Kraft aber braucht es auch, sich anzupassen. Zu entscheiden, wann was von beidem angebracht ist und den Mittelweg zwischen beidem zu finden, das ist die Kunst und jeder muss diese Entscheidung für sich treffen. Und darum geht es in den Geschichten der drei Autoren vom "Literatenkreis Grüner Juni", die sich zusammenfanden, um ihre Gedanken zum Thema Anpassung und Widerstand zu beschreiben. Die Geschichten aller drei Autoren zeichnen sich durch einen ausgesprochen flüssigen und poetischen Erzählstil aus. Weisheit, Ermutigung, Respekt unter anderem im Sinne von: Meide Lebensgefahr! Gehe soweit wie möglich, halte dich zurück wie nötig! Überlebe! sprechen aus ihren Texten. Ralph Müller, Michael Oestreicher, Ursula Heumann - sie alle haben sich feinfühlig dieses schwierigen Themas angenommen und ein Buch geschrieben, das dem Leser das Rückgrad gerade rückt. In ihren Geschichten erzählen sie von Aufbegehren und Mahnung und der Hoffnung, Gehör zu finden. Auch ist dieses Buch keine gewaltige Revolution, kein mächtiger Volksaufstand oder gar der Aufruf zu einem solchen. Es ist die Dokumentation, der Appell zum Widerstand im Kleinen, im persönlichen Umfeld und letztlich auch in uns selbst. Deutlich wird das in Michael Oestreicher Geschichte "Myysuas Traum", in der eine junge Frau aus Südamerika die phantastische Reise zu ihrem Selbst erlebt. Sie muss zunächst lernen, Kraft aus ihrer Abstammung zu ziehen, für die sie sich bislang geschämt hat. Im Laufe der Erzählung wandelt sich ihre Scham und ihre Angst in Stolz und Selbstachtung, die sie schließlich wahren lernt. Myysua ist wie viele von uns - ein scheinbarer, ihr eingeredeter Makel lässt sie sich selbst geringschätzen und den eigenen Wert verleugnen. Sie glaubt sogar, kein Recht darauf zu haben, sich gegen Demütigungen zu wehren. "Myysuas Traum" ist eine "Frauengeschichte". Sie spürt dem Herzschlag der Erde nach, dem Zyklus der Erneuerung und erinnert daran, dass wir dieses Leben genießen und mit wachem Verstand auf unsere inner Stimme hören sollen. Und wir sollen aufrecht gehen, denn dafür sind wir schließlich geschaffen. Gekonnt philosophisch geht Ralph Müller den Gedanken des Buches in seiner Geschichte "Spuren hinterlassen", worin er die Frage nach dem Sinn des Lebens(kampfes) stellt, an. Greifbarer, doch nicht weniger nachdenklich, wird er in "Erwartungen", in der Roland Otto, der junge Brigadier einer kleinen Industrieschmiede in der damaligen DDR beinahe ohnmächtig versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Gefangen zwischen geradezu paranoiden Zweifeln, versucht Roland Otto zu entscheiden, was er will und schöpft schließlich Hoffnung, dass eine Selbstveränderung auch eine Veränderung der Umwelt bewirken kann und, dass nicht immer der andere der Feind ist, sondern man sich oftmals selber im Weg steht. Und letztlich ist "Erwartungen" eine Arbeitergeschichte, ein Stück Zeitdokument. Ganz nah an jenen Menschen, die seit jeher entscheidende Veränderungen innerhalb verknöcherter, nicht zuletzt feudaler, Gesellschaftsformen herbeiführten. Ralph Müller vermittelt seine tiefen Gedankengänge mit einer seltenen und unverwechselbaren Leichtigkeit durch die er es schafft, eine Art "Aha!-Effekt" zu erzeugen: Dass es nicht immer der große Auftritt und nicht immer mit dem Kopf durch die Wand sein muss. Manchmal verändert allein unsere Existenz das Lebensuniversum einer anderen Existenz - wir dürfen uns nur nicht festfahren und müssen Willens sein, Veränderungen zu akzeptieren und auch zu bewirken. Ein chinesisches Sprichwort sagt: Besser ein Licht anzünden, als auf die Dunkelheit schimpfen... oder gar nach deren Ursprung zu suchen. In Ursula Heumanns Geschichte "Sanftmut und Krallen" erscheint aber gerade diese Suche notwendig, damit sich die Ich-Erzählerin dem anhaltenden Widerstand ihrer neuen "Mitbewohnerin" anpassen kann. Da passiert es, dass eine zugelaufene Katze Kompromisse fordert, ja, zwischen der Erzählerin und dem Tier entspinnt sich ein regelrechter Kompromiss-Dialog, der schließlich dazu führt, dass die Frau der Herkunft ihrer neuen Gefährtin nachgeht und auf ein schreckliches Geheimnis stößt, welches praktisch zwingend Widerstand als Anpassung verlangte. Und da schließt sich auf gewisse Weise der Kreis zu Ralph Müllers "Spuren hinterlassen". Denn was wäre eine Welt ohne Konflikte? Ohne den ständigen Kampf, zwischen Anpassung und Widerstand das Überleben zu erlangen? Die Welt wäre zum Stillstand verdammt und Stillstand bedeutet Sterben und Tod. Indessen man sich während des harten Balanceaktes zwischen Erdulden und Auflehnung wahrhaft lebendig fühlt. Das sind wir, das ist Leben. Das sind die grünen Zweiglein, die aus dem verdorrten Ast eines scheinbar toten Baumes sprießen. Angesichts dieses Beispiels erkennen wir, dass Anpassung und Widerstand nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander stehen müssen. So wie der Baum sich akklimatisiert an trockenen Boden oder Lichtmangel und trotz allem erblüht, können auch wir erblühen in unwirtlicher Umgebung, die wir Stück für Stück akzeptieren und zugleich umformen. Manchmal ist passiver Widerstand durch An-passung an bestimmte, widrige Lebensumstände wirkungsvoller als aggressives Aufbegehren. "Zwischen Anpassung und Widerstand" ist ein wunderschönes, kraftvolles Buch und ich hoffe, dass der Literatenkreis "Grüner Juni" noch weitere solch fabelhafte Triebe hervorbringt.
 Laura Langbein und die Reise zum Elfenschloss
Ralph Mueller-Wagner ISBN 0-972-74325-1
Laura Langbein und die Reise zum Elfenschloss Eine nicht allzu hübsche Heuschreckendame, mit dem Namen Laura Langbein, lebt im Elfenreich Ghondor im Wiesental. Leider hat sie nicht sehr viele Freunde, jedoch mit ihrer herrlichen Stimme verzaubert sie jeden. Sei es die Elster Frau Pfeiffer, der Maulwurf Schaufelflink oder die listigen Maikäferbrüder Li und Lu. Eines Tages kommt der Blumenelf Max ins Wiesental, angelockt durch die Stimme der jungen Heuschrecke, um sie zu überreden, ihn zum Elfenschloss Ghondor zu begleiten, um den jungen Prinzen Asha wieder zum Lachen zu bewegen. Nur Laura könne mit ihrer faszinierenden Stimme dieses Wunder vollbringen. Was die beiden nicht wissen ist, dass die listige Frau Pfeiffer ihnen folgt, um die Gunst des Prinzen vor Laura zu erlangen. Auf ihrer langen Reise zum Elfenschloss bewältigen die Beiden viele gefährliche und auch amüsante Abenteuer und lernen neue Freunde kennen. Eine Reise durch eine wundersame Welt voller Überraschungen warten auf Laura und ihre Freunde.
Leseprobe Laura Langbein - und die Reise zum Elfenschloss "Der Prinz lacht nicht mehr und verweigert das Essen. Lustlos verbringt er den Tag. Die Königin ist in grosser Sorge, um ihr einziges Kind."
Laura Langbein seufzte. Die Glockenblume zitterte betroffen. Max fächerte seine Flügel auf, die in der frühen Morgensonne in allen Farben eines Regenbogens glitzerten. Er flatterte auf die Krone einer gelben Schlüsselblume. Setzte sich nieder, ließ die Beine baumeln und redete aufgeregt weiter, froh, dass Laura ihm Aufmerksamkeit schenkte. "Seit Wochen zerbreche auch ich mir den Kopf, wie der Prinz geheilt werden könnte. Eines Abends segelte ich betrübt über diese Wiese. Da vernahm ich einen anrührenden Gesang. Er erwärmte mein Herz und stimmte mich gleichzeitig fröhlich. Natürlich bemühte ich mich sofort, den anmutigen Sänger zu finden. Aber in der Dunkelheit war nichts zu erkennen. Ich blieb bis zum Tagesanbruch. Als die ersten Sonnenstrahlen mich kitzelten, sang auch die unbekannte Stimme wieder. Jetzt wusste ich: Ihre Singstimme ist des Prinzen Medizin! Ja, verehrteste Laura. So habe ich Sie gefunden. Nur Sie allein können den Prinzen heilen. Mit dem Zauber Ihrer wunderschönen Stimme wird uns dies gelingen." Laura Langbein sah beschämt zu Boden. Die Glockenblume weinte erneut, aber dieses Mal vor Freude. Max sprang von dem Blütenkelch auf dem er saß, direkt vor Lauras Füße und reichte ihr die Hand. "Kommen Sie, verehrteste Laura!", drängte er. "Wir dürfen keine Zeit verlieren." Jetzt setzte sie sich erst einmal erschrocken auf den Hosenboden. Max kicherte vergnüglich. "Meinen Sie wirklich, dass ich die Richtige bin?", stammelte Laura unsicher. "Die Königin wird Sie ausschimpfen, wenn sie uns erblickt und mich fortjagen." "Sie werden den Prinzen heilen!", erklärte Max überzeugt. Laura schielte ratlos zur Glockenblume. Die nickte zustimmend mit ihrem süßem Köpflein. So entschloss sich Laura den Blumenelf zu begleiten. Sie zog sich an seiner ausgestreckten Hand hoch. Richtete ihre Kleider und sagte nach einem tiefen Atemzug: "Ich bin dabei. Wenn es nun so sein soll ..." Texte © by Ralph Müller-Wagner
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ongurufragebogen (folgt) Homepage des Autors
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Angelika begleitet mich seit vielen Jahren auf dieser Erde... zeitlos schön, wie die Blumen, die sie schmücken |
| Saskia und Angelika |
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Vielen Dank an Ralph M.-W. für die freundliche Unterstützung und nette Zusammenarbeit. Holger Schumacher
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