|  Druckversion
 

 
 
Home
 
 
News
 
 
Kunst & Kultur
 
 
Reisen und Freizeit
 
 
Event´s & Veranstaltungen
 
 
Sport
 
 
Musik
 
 
Kino & Film
 
 
Stars & Sternchen - Klatsch & Tratsch
 
 
Wohnen & Einrichten
 
 
Bücher
 
 
Auto & Verkehr
 
 
Technik & Trend`s
 
 
Hund Katze Maus...
 
 
ONGURU klärt auf
 
 
Bildergalerien
 
 
Downloads
 
 
Gewinnen mit ONGURU
 
 
Kontakt
 
 
Impressum
 
 
AGB
 
 
Suche
 
 
Links & Partner aus Kunst & Kultur
 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
auto pkw
 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Bundesministerium für Senioren,Frauen und Jugend
 
 
Bundesministerium für Gesundheit
 
 

 
 
Bundesministerium für Justiz
 
 
bundesministerium für verkehr, bau und stadtentwicklung
 
 

 
 
Bundesministerium für Verteidigung
 
 

 
 
Bundesministerium für Finanzen
 
 

 
 
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
 
 
bund de steuerzahler schwarzbuch
 
 

 
 

 

Home : events_veranst : ab080705 : Attila : Attila.html

„Attila und die Hunnen“ – die Ausstellung

17. Juni 2007 bis 6. Januar 2008
 Attila und die Hunnen“  Für die einen barbarische Wilde, für die anderen gerechte, ruhmreiche Krieger: Bis heute schrecken und faszinieren die Hunnen gleichermaßen. Aus den Tiefen der Steppe drangen die geheimnisvollen Reiterkrieger im späten 4. Jahrhundert nach Europa vor und trieben ganze Völker vor sich her. Ihr König war Attila (ca. 395-453), die „Geißel Gottes“. Er lebte für einige Jahre als Geisel am römischen Kaiserhof in Ravenna, schlug sich zeitweilig als Verbündeter auf die Seite Roms, beseitigte gewaltsam seinen eigenen Bruder Bleda und avancierte zum Alleinherrscher der Hunnen – der damals größten Bedrohung des Römischen Reiches.

Attila-Medaille
Venezianische Prägung anlässlich des tausendjährigen Jahrestages der Zerstörung
Aquileias durch die Hunnen (452).
Messing, 15. Jh.
© Chisinău, Nationalmuseum für Archäologie und Geschichte Moldaus
Attila-Medaille 



 Rekonstruktion eines Reflexbogens  Rekonstruktion eines Reflexbogens
Gegenüber dem herkömmlichen Bogen verfügt der Reflexbogen, die Angriffswaffe der
reiternomadischen Truppen, über besonders große Durchschlagskraft.
© Mainz, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Foto: René Müller


Zerbrochener Nomadenspiegel
Wahrscheinlich hängt die Sitte des Spiegelzerschlagens mit den Jenseitsvorstellungen der
Reiternomaden und ihrem Bestattungsbrauch zusammen: Der Spiegel hat mit dem Tod
seines Besitzers seine Funktion verloren und muss nun das gleiche Schicksal erleiden wie
sein Besitzer. Bronze, 3. - 5. Jh. © Mainz, Römisch-Germanisches Zentralmuseum,
Foto: René Müller
 Zerbrochener Nomadenspiegel

Diadem von Csorna, Ungarn  Diadem von Csorna, Ungarn
Aus Goldblech und farbigen Steineinlagen gearbeitetes Diadem, 1. Hälfte 5.
Jahrhundert. Diademe wurden von vornehmen hunnischen Frauen getragen und auf
dem Stirnteil eines Kopftuches aus Leder oder Textil befestigt.
© Ungarisches Nationalmuseum, Budapest

© Historisches Museum der Pfalz Speyer, Foto: Peter Haag-Kirchner
Schädelrekonstruktion und Atelierfoto
Rekonstruktion einer hunnischen Frau im Erwachsenenalter mit künstlicher
Schädeldeformation.
 © Historisches Museum der Pfalz Speyer, Foto: Peter Haag-Kirchner


  Marcel Nyffenegger Marcel Nyffenegger
Nyffenegger im Atelier

 hunnen verbreitung Verbreitung hunnischer Kessel


 

 

Doch wer waren die Hunnen wirklich? Auf rund 1.800 qm Ausstellungsfläche präsentiert das Historische Museum der Pfalz Speyer ihre wechselvolle Geschichte und ihre faszinierende Kultur auf einer breiten Grundlage archäologischer, historischer und ethnografischer Quellen.

Die Hunnen waren sowohl Auslöser als auch maßgeblicher Bestandteil gewaltiger Bevölkerungs-verschiebungen, in einer Zeit des Umbruchs in Europa. Völker gerieten in Bewegung auf der Suche nach einer neuen geschützten Heimat. Am Ende dieser Epoche stand der Beginn des frühen Mittelalters und germanische Reiche hatten das Erbe Westroms angetreten. Die Hunnen spielten für mehr als drei Generationen eine bedeutende Rolle in dieser wechselvollen Zeit. Nach dem Tod Attilas in der Mitte des fünften Jahrhunderts wurden sie dorthin zurückgetrieben, von wo sie einst das „Tor zu Europa“ eingerannt hatten: in die Weiten der eurasischen Steppe.

Die Besucher entdecken in der Ausstellung die Welt der Hunnen, wie sie noch nie zuvor zu sehen war. Sie durchqueren ein überfallenes römisches Kastell und tauchen ein in das nomadische Leben der Hunnen und erkunden eine kirgisische Jurte. Außerdem können sie die Nachbauten nomadischer Wagen, wie sie in Mittelasien bis heute genutzt werden, bewundern und einen Kurgan, den Grabhügel der Steppe, betreten.

Leihgaben aus zahlreichen Museen, Sammlungen und Instituten von West- bis Osteuropa sowie aufwändige Inszenierungen ermöglichen es, die Welt der Reiternomaden mit allen Sinnen zu erfahren. Rekonstruktionen, Hands-on-Objekte sowie der Einsatz von Multivisionen tragen zu einem umfassenden Erlebnis des kulturellen Erbes dieser einzigartigen Reiterkultur bei. Erstmals in Deutschland wird den Hunnen in dieser thematischen Breite und Tiefe Raum gegeben.

Ein Highlight der Ausstellung ist die Rekonstruktion einer hunnischen Frau mit künstlich deformiertem Schädel – eine der fremdartigen Sitten der Reiterkrieger. Wertvolle Diademe hochgestellter hunnischer Frauen und die typischen, schweren hunnischen Kessel sind ebenso zu sehen wie die Bewaffnung der Reiterkrieger und ihrer germanischen Vasallen. Grabfunde der hunnischen und germanischen Oberschichten veranschaulichen die Bestattungsbräuche dieser Zeit.

Auch den Mythos Attila und seine Rezeptionsgeschichte beleuchtet die Ausstellung. Schließlich können sich die Besucher selbst von Angesicht zu Angesicht mit Fragen an Attila wenden.

Verbreitung hunnischer Kessel:

Stationen der Ausstellung und bedeutende Exponate

1. Inszenierung: Die Reste eines römischen Kastells nach einem Überfall

Spätantike Im Jahr 284 n. Chr. wurde Diocletian zum Kaiser des römischen Reiches ausgerufen. Mit diesem Datum begann eine Zeit des Übergangs zwischen Antike und Mittelalter, die heute allgemein als Spätantike bezeichnet wird. Ihr Endpunkt, abhängig vom Blickwinkel des Betrachters, wird von der Absetzung des letzten römischen Kaisers Romulus Augustulus 476 nach Christus über den Tod Justinians I. 565 nach Christus bis hin zum Einfall der Araber und dem Tod des byzantinischen Kaisers Herakleios I. 641 nach Christus gesetzt.

Gegenüber den Wirren des dritten Jahrhunderts mit der Zeit der Soldatenkaiser und der Aufgabe des germanischen Limes stabilisierten sich zu Beginn der Spätantike durch das Wirken Diocletians die inneren und äußeren Verhältnisse. Seit Konstantin und seinen Nachfolgern nahm auch die Bedeutung des Christentums im vierten Jahrhundert immer stärker zu. Gegen Ende dieses Jahrhunderts war das römische Reich allerdings endgültig in eine östliche und eine westliche Hälfte geteilt. Es wurde erstmals mit den Goten ein großes germanisches Volk als Foederaten auf dem Gebiet des Reiches angesiedelt. Hinter den Goten rückten von Osten Stämme aus den Steppen Mittelasiens nach Europa vor. Zuerst Alanen und Sarmaten, nach ihnen reiternomadische Völker, die in der spätantiken Welt unter dem Namen Hunnen Angst und Schrecken verbreiten sollten.

4

Ein Strom aus Leibern

Als die Goten im Jahr 376 n. Chr. die Donau überquerten und auf römischem Reichsgebiet Schutz suchten, war dies Ausdruck einer allgemeinen Bewegung, welche die Völker am Rande des römischen Reiches ergriffen hatte und die wir heute als Völkerwanderung bezeichnen. Aus den Tiefen der mittelasiatischen Steppe kommend, hatten die Hunnen die Tore Europas sprichwörtlich eingerannt. Hunnische Reiterkrieger setzten im späten vierten Jahrhundert über den Don, hinter ihnen lagen die zerschlagenen Reiche der Alanen und Sarmaten. Nur wenig später fiel das Ostgotenreich des Ermanarich gegen die hunnischen Horden. Die Unterlegenen - sofern diese nicht schon vorher geflüchtet waren - wurden in ihre Verbände integriert und trieben nun selbst andere Völker vor sich her.
Es begann nun auch auf römischem Reichsgebiet eine Zeit der Wanderungen. Die Goten schlugen die Römer in der Schlacht von Adrianopel 378 n. Chr., siedelten sich in neuen Gebieten an und zogen letztendlich über den Balkan und Italien - mit der berühmten Einnahme Roms durch den westgotischen König Alarich I. 410 n. Chr. - nach Gallien, wo 418 n. Chr. Das tolosanische Reich der Westgoten gegründet wurde. Die Vandalen überwanden am Jahreswechsel 406/07 n. Chr. die Rheingrenze und zogen über Gallien und Spanien schließlich nach Nordafrika, wo sie 439 n. Chr. Karthago eroberten. Die Burgunder errichteten bei Worms ein Reich von kurzer Dauer und immer mehr fränkische und alamannische Gruppen siedelten über den Rhein auf Reichsgebiet über. Jenseits der Grenzen standen Stämme wie die der Rugier, Heruler, Skiren und Langobarden bereit, ihnen auf Reichsgebiet zu folgen.

Mit Bogen und Schwert

Die ersten hunnischen Raubzüge nach Europa erfolgten wohl im Jahr 395 n. Chr., als mehrere Einfälle von Thrakien bis nach Syrien und ins sassanidische Reich zu verzeichnen sind. Zu dieser Zeit scheinen auch einige hunnische Teilstämme bis in die ungarische Tiefebene vorgedrungen zu sein. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts nehmen die Hunnen unter ihrem König Uldin jene Rolle in der Geschichte der Spätantike ein, die sie bis zum Tode Attilas ausüben sollten. Einerseits

standen Hunnen immer wieder als Hilfstruppen auf Seiten der Römer, andererseits sind hunnische Raubzüge in der gesamten antiken Welt in den Quellen belegt. Das bekannteste Beispiel für Hunnen in römischen Diensten ist ihre Beteiligung an der Zerschlagung des Wormser Burgunderreiches durch den weströmischen Heermeister Aetius. Auf Seiten der hunnischen Raubzüge sticht Attilas berühmter Gallienfeldzug hervor, der in der gewaltigen Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gipfelte. Dass dieser Feldzug allerdings nicht den erhofften Erfolg einbrachte, schmälert seinen Bekanntheitsgrad keineswegs. Die Hunnen eroberten und plünderten zahlreiche Ortschaften und Städte, brannten Festungen nieder und machten selbst vor Heiligtümern keinen Halt. Sie verbreiteten mit ihren Verbündeten überall in der spätantiken Welt Angst und Schrecken. Sie raubten Gold, Silber, Schmuck und andere Luxusgüter, aber auch Waffen, sogar Menschen und nahmen alles mit sich fort.

5

2. Inszenierung: Jurte und Feuerstelle der Nomaden

Aus den Tiefen der Steppe

Als die Hunnen im Verlauf des 4. Jahrhunderts nach Europa vordrangen, hatten ihre

Teilstämme bereits eine über Jahrhunderte andauernde Reise hinter sich gebracht. Die Ursprünge jener Hunnen liegen vermutlich in den Steppen Mittelasiens im Gebiet zwischen Altai und Tienšan und den Hochebenen Westchinas und der Mongolei. Ob sie tatsächlich mit den Stämmen der Hsiung-nu in den frühen chinesischen Quellen gleichgesetzt werden können, ist heute nicht mehr zu klären. Die nomadischen Hunnen folgten dem Verlauf der riesigen eurasischen Steppengebiete immer weiter nach Westen, auf der Suche nach neuen Weidegründen für ihre Herden. Auf ihrem langen Weg vertrieben oder eroberten die hunnischen Stämme andere Steppenvölker. Verschiedene hunnische Stämme, in einigen Quellen die „weißen Hunnen“ genannt, blieben in den weiten Landschaften zurück, andere, so genannte „schwarze Hunnen“, zogen weiter zu den Toren Europas.

Gebundene Schädel

In hunnenzeitlichen Gräbern begegnet den Archäologen immer wieder die fremd anmutende Tradition der künstlich deformierten Schädel. Schon vom Säuglingsalter an hatte man einigen Mädchen und Jungen mit Brettern und Bandagen die Schädel gebunden und in eine turmähnliche Form gebracht. In den Gräbern Mitteleuropas überwiegen bei weitem die Deformationen an weiblichen Schädeln. In den osteuropäischen bis nach Asien reichenden Gräbern sind Männer und Frauen mit Schädeldeformationen gleichermaßen vertreten.
Ob der Hintergrund dieser Deformationen ein ritueller und religiöser gewesen ist, ob es sich hierbei um eine ästhetische Erscheinung oder ein ethnisch bestimmtes Merkmal gehandelt hat, ist nach heutigem Kenntnisstand nicht genau zu klären. Die Deformationen lassen sich in allen uns erkenntlichen Gesellschaftsschichten wieder finden. Auch die Verbreitung über den hunnischen Verband hinaus bei Nachbarvölkern wie Thüringern und Burgundern erschwert eine eindeutige Aussage über die einstige Bedeutung der künstlich deformierten Schädel.

6

Ein vielschichtiger Verband

Lange Zeit war das äußere Bild der Hunnen allein geprägt vom mongolischen Typus. Auch heute noch sieht man darin den Kern des hunnischen Verbandes. Attila selbst wird in antiken Quellen mit mongolischen Zügen beschrieben. Darüber hinaus wissen wir heute, dass zu diesem hunnischen Verband viele verschiedene Völker gehörten, die sich selbst ebenfalls als Hunnen verstanden. Die Hunnen integrierten während ihrer Wanderung unzählige Völker, Stämme und Sippen in ihren Verband. Bekannte Beispiele sind Alanen und Sarmaten. Aber auch germanische Völker wie Goten, Gepiden, Heruler, Rugier und Sueben standen lange unter hunnischem Einfluss und gehörtem dem Verband an. Unter den Hunnen zählte nicht die Herkunft des Einzelnen, sondern der Wert für die Gemeinschaft.
Der römische Historiker Priscus überlieferte die aussagekräftige Lebensgeschichte eines griechischen Kaufmanns, der in hunnische Gefangenschaft geriet und zum Besitz eines hochrangigen Hunnen wurde. Der Kaufmann ließ sein zivilisiertes Leben hinter sich und errang als Krieger in hunnischen Reihen seine Freiheit zurück, stieg sogar in der sozialen Hierarchie im hunnischen Verband auf.

In den spätantiken Quellen taucht immer wieder der Name „Skythen“ auf, wenn eigentlich Hunnen gemeint sind. Oft werden die Namen auch parallel genannt. Dies ist einerseits Ausdruck dafür, dass für Römer das Gebiet nördlich der Donau zu Skythien zählte und dementsprechend deren Bewohner als Skythen anzusehen waren, andererseits zeigt es auch die bunte Völkervielfalt dieses Gebietes. Auch wurden reiternomadische Völker traditionell von den Römern als „Skythen“ angesehen, die sie aus griechischem Quellen seit dem sechsten/fünften Jahrhundert vor Christus kannten.

Auf dem Rücken der Pferde

Die lange Reise der hunnischen Völker nahm in den Steppenlandschaften des Karpatenbeckens und der Pannonischen Tiefebene ihr vorläufiges Ende, ihre nomadische Lebensweise gaben sie jedoch nicht auf. Die Hunnen lebten in der langen Tradition der nomadischen Völker Mittelasiens in großen Zelten, die wir heute als Jurten kennen. Das weitläufige Gebiet bot ideale Bedingungen für die traditionelle Lebensweise. Auch nachfolgende Reitervölker wie etwa Awaren nutzten dies aus. Ammianus Marcellinus berichtet von der hunnischen Lebensweise in Wagen, mit denen man umherzog. Wie viele andere Völker der Antike bauten auch Hunnen Wagenburgen als Lagerstätten.

Das Pferd war ein elementarer Teil des hunnischen Lebens. Attila aß zu Pferde, wie er auch vom Pferderücken Verhandlungen führte. Die Tiere waren in der antiken Welt durch ihre Robustheit außerordentlich begehrt und stellten für Hunnen ein wichtiges Handelsgut dar. Neben den Pferden züchtete man auch Schafe, seltener Rinder. Vor allem die Wolle und das Fleisch der Schafe waren damals wie heute eine wichtige Grundlage der nomadischen Lebensweise.

7

Einblick in den Alltag

Nur wenige Zeugnisse lassen für uns heute einen Blick in den Alltag der hunnischen Völker zu. Viele Gegenstände wurden aus Holz gefertigt und haben daher die Zeiten nicht überdauert. Nur in seltenen Fällen, dort wo es die klimatischen Bodenbedingungen erlauben, gelingt es, ein Zeitfenster zu öffnen. In einem südsibirischen Gräberfeld haben sich etliche Gebrauchsgegenstände aus Holz erhalten. Sie zeigen uns, dass die dort lebenden Nomaden sich in der Formenvielfalt ihrer Objekte an der Natur orientierten. Die hölzernen Alltagsgegenstände sind typisch für nomadische Kulturen. Bereits in Mittelasien, bedingt durch den Kontakt zum Chinesischen Reich, war den Hunnen auch Gebrauchskeramik bekannt. Diese fand jedoch, wahrscheinlich wegen ihrer Zerbrechlichkeit, keinen nachhaltigen Einfluss in die Alltagskultur. Auch das enge Zusammenleben mit germanischen Stämmen, bei denen Keramikgefäße traditionell verbreitet war, hat daran nichts Entscheidendes geändert.

Mit Schild und Schwert – Bewaffnung germanischer Krieger

In Attilas Heeren kämpften viele germanische Völkerschaften Seite an Seite mit den hunnischen Kerntruppen, den nomadischen Reiterkriegern. Unter den germanischen Kriegern war damals der Fußkämpfer noch vorherrschend. Nur bei wenigen germanischen Völkern, allen voran den Ostgoten, hatte sich schon der Reiterkampf mit der Lanze durchgesetzt. Zu den Ausrüstungsgegenständen eines germanischen Kriegers der Hunnenzeit gehörten Langschwert mit Schild, Speer und Spangenhelm. Unter den Germanen des hunnischen Verbandes findet sich ein besonderer Typus dieser Schwerter, jener mit einer eisernen Parierstange. Die Schwerter der Germanen außerhalb des hunnischen Verbandes, etwa der Alamannen, wiesen zu dieser Zeit keine Parierstange auf, da sie sich an den römischen Langschwertern orientierten. Ein Beleg für unterschiedliche kulturelle Einflüsse. Neben den eisernen

Parierstangen haben auch so genannte Schwertperlen, denen eine magische Funktion zugesprochen wird, Eingang in die germanische Bewaffnung gefunden. Einen nachhaltigen Einfluss auf die germanische Bewaffnung übten die schmalen Langsaxe aus, die vorher bei Germanen nicht bekannt waren. Im frühen Mittelalter wird der Sax bei einigen germanischen Stämmen sogar zur Hauptkampfwaffe.

8

Die unzähligen Horden Attilas

Mit der Machtübernahme Attilas verändert sich das Auftreten der hunnischen Heere in den antiken Quellen. Berichten sie vorher von den hunnischen Reiterhorden, die einerseits mit verheerenden Überfällen römisches und persisches Gebiet verwüsteten, so beginnt unter Attila - und seinem damals noch lebendem Bruder Bleda - eine noch nie gekannte Ära der hunnischen Kriegsführung. Attila bindet die unterworfenen Völker mehr und mehr in seine Kriegstaktik ein. 441/442 nach Christus fallen er und Bleda in Illyrien ein, belagern mit schwerem Kriegsgerät

die Stadt Naissus, die ihnen schließlich in die Hände fällt. Im Kriegszug von 447 nach Christus soll Attila in Illyrien 100 Städte, Dörfer und Festungen erobert und geplündert haben. Der Völkerkatalog des Heeres, das Attila 451 nach Christus nach Gallien führt, liest sich gewaltig. Rugier, Gelonen, Gepiden, Burgunder, Skiren, Bellonoten, Neurer, Bastarner, Thüringer, Brukterer, Franken, Alanen, Sarmaten und Goten zogen mit Attilas Hunnen nach Westen. Der Gote Jordanes schätzte im sechsten Jahrhundert die Zahl des Attilaheeres auf 500.000 Mann.

Eine willkürliche Zahl, die dennoch deutlich macht, welche ungeheure Wirkung dieses Heer auf die spätantike Welt gehabt haben muss.

3. Inszenierung: Reitergruppe

Die hunnischen Reiterkrieger

Als die hunnischen Heerscharen über Europa herfielen, verbreiteten sie in Windeseile Angst und Schrecken. Die europäischen Krieger waren nicht vorbereitet auf den Sturm, den die asiatischen Reiterkrieger mit ihrer erbarmungslosen Kampfesweise entfachten. Der hunnische Reflexbogen war eine tödliche Waffe. Antike Körperpanzer hatten der enormen Zugkraft des Bogens und der Durchschlagskraft der dreiflügeligen Pfeilspitzen nichts entgegen zu setzen, die Kämpfer waren den Pfeilschwärmen der Hunnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Ausgestattet mit dem typischen hunnischen Langschwert mit eiserner Parierstange und einem langen Kampfmesser waren die Hunnen auch im Nahkampf gefürchtete Krieger, die ohne Rücksicht auf das eigene Leben den Gegner niedermetzelten. Gefürchtet war auch eine hunnische Scheintaktik, bei der die Reiter einen Rückzug vortäuschten. Der so aus der Deckung gelockte Feind wurde dann von einem tödlichen Pfeilhagel überrascht, den die Hunnen im vollen Galopp nach hinten schießend gegen den Feind sandten.

Schamanismus

Der Schamanismus ist auch heute noch unter den Völkern der eurasischen Steppen verbreitet. Unter diesem Begriff versuchen wir die magisch-religiöse Welt dieser Völker zu fassen. Wesentlicher Bestandteil ist die Person des Schamanen. Er agiert als Mittler zwischen der diesseitigen Welt und einer jenseitigen Geisterwelt, die sehr vielschichtig sein kann. Um den Kontakt in Form einer Seelenreise herzustellen, begibt sich der Schamane in Trance. Auf  seiner Reise wird der Schamane oft von einem Kraft- oder Totemtier begleitet. Der Schamane versucht durch seine Reise Antworten von den Ahnen oder Geistern zu erhalten, um weltliche Probleme lösen zu können. Schamanen können aus der Natur die Zukunft herauslesen. Bekannt sind Vorhersagen aus dem Vogelflug, aus Eingeweiden aber auch aus den Schulterblättern von Tieren. Besonders im asiatischen Raum ist eine Art der Schulterblattschau zu finden, bei der aus den feinen Rissen eines im Feuer erhitzten Schulterblattes gelesen wird.

9

Zeichen der Zukunft

Bevor Attila sein Heer auf das Schlachtfeld der Katalaunischen Felder führte, ließ er sich von Schamanen den Ausgang der Schlacht vorhersagen. Aus den Eingeweiden von Rindern und den Schulterblättern von Schafen prophezeite man den Hunnen Unheil. Doch auch der Gegner sollte den Sieg nicht davontragen. Der Tod des höchsten Anführers des feindlichen Heeres sollte den Gegner um die Frucht des Sieges bringen, so lautete die Prophezeiung der hunnischen Seher. Attila nahm nun fälschlicherweise an, dass man den Tod des Aetius vorhergesehen hatte. Er musste im Schlachtverlauf feststellen, dass der König der Westgoten, Theoderich I., den Abend nicht mehr erleben sollte. Es war nach den Quellen nicht das einzige mal, dass Attila auf die Künste der Seher zurückgriff. Priscus berichtete über Attila, dass diesem die Seher prophezeit hatten, sein Geschlecht würde untergehen und nur in einem einzigen Sohn wieder aufblühen. Attila nahm dies anscheinend sehr Ernst, denn er zeigte sich allen anderen Söhnen gegenüber gleichgültig, nur der prophezeite Stammhalter Ernach stand hoch in seiner Gunst.

Tribute

Als 435 nach Christus der Vertrag von Margus zwischen Römern und den Hunnenherrschern Attila und Bleda geschlossen wurde, beinhaltete er unter anderem die Verdoppelung der jährlichen Zahlung von 350 Pfund Gold, die noch an Attilas Onkel Rua, den damaligen Herrscher an der Spitze des hunnischen Verbandes, geleistet wurden. Zwölf Jahre später, als Attila alleine an der Spitze der Hunnen herrschte, betrug der jährliche Zins 2.100 Pfund Gold, neben einer einmaligen Zahlung von 6.000 Pfund Gold. An Attila zahlten die Oströmer in den vierziger Jahren des fünften Jahrhunderts mehr als 13.000 Pfund Gold. Das entspricht in etwa der Anzahl von 900.000 Solidi, der spätantiken Goldwährung. Schätzungen zufolge betrugen die durchschnittlichen Einkünfte Ostroms jährlich etwa 270.000 Pfund Gold, was die Zahlungen an die Hunnen relativiert. Daher ist man heute nicht mehr der Ansicht, diese Zahlungen hätten das römische Reich in den Ruin getrieben. Im Gegenteil, Tribute waren um ein Erhebliches günstiger als der Unterhalt von Truppen für die Abwehr äußerer Feind. Trotzdem handelt es sich bei den Zahlungen an die Hunnen um unermessliche Reichtümer, ohne dabei noch die zahlreichen Geschenke an hunnische Gesandtschaften oder die Lösegeldzahlungen für Gefangene zu berücksichtigen. Dieser Reichtum findet sich in den materiellen Zeugnissen der hunnischen Führungsschicht wieder.

10

4. Inszenierung: Der Palast des Großkönigs

Der Besuch des oströmischen Gesandten Priscus von Panium an Attilas Hof hinterließ der Nachwelt einen einzigartigen Einblick in die Welt der Hunnen. Auf der diplomatischen Reise begegneten die Gesandten dem hunnischen Großkönig nördlich der Donau, erwartungsgemäß in einem Zelt. Sie folgten dem hunnischen Tross ins Kernland des Attilareiches und trafen auf eine unerwartet große Ansiedlung, in deren Zentrum die prächtigste der Residenzen Attilas stand. Es war ein hölzerner Bau aus Balken und geglätteten Brettern, umgeben von einem hölzernen Zaun, von dem Priscus ausdrücklich erwähnt, dass es sich nicht um eine Wehranlage handelte. Im Gegensatz zu den in Jurten oder Wagen lebenden Hunnen errichteten die Ostgermanen in Attilas Verband hölzerne Langhäuser. Es ist daher denkbar, dass Attilas Palast in diesem Stil von Ostgermanen errichtet wurde.

Attilas germanische Verbündete

Die unzähligen germanischen Krieger in Attilas Heer unterstanden vermutlich nie der direkten Kontrolle der Hunnen. Das Herrschaftssystem Attilas bestand darin, die herrschenden Könige und Häuptlinge durch ein persönliches Vertrauensverhältnis an sich zu binden. Priscus berichtet von hoch angesehenen Personen aus dem Umkreis Attilas, den logades. Zu seinen engsten Vertrauten gehörten beispielsweise der Gepidenkönig Ardarich und der Ostgotenkönig Valamir. Auf diese Weise entstand ein System, dass man eher als Herrschaft über Personen denn als Herrschaft über Territorien begreifen kann.

Durch Attilas Gunst wurde ein enormer Reichtum unter seinen Vertrauensleuten verteilt. Zum

einen beinhaltete dies die Goldmengen aus den oströmischen Tributen, zum anderen natürlich

auch die gewaltige Beute der Raubzüge. Dieser Reichtum drückt sich in den Funden aus, die

dieser germanischen Führungsschicht zugeordnet werden können.

Hunnische Herren

Nur wenige Namen hunnischer Anführer sind aus den schriftlichen Quellen der Antike bekannt

und nur die Zeit Attilas bietet durch den Bericht des Priscus einen tieferen Einblick in die

Führungsschicht des hunnischen Verbandes. Die hunnischen logades hatten vielfältige

Tätigkeiten zu erfüllen. Sie traten als Krieger, Verwalter, Diplomaten oder Berater in

Erscheinung. Sie waren diejenigen, die am meisten vom Reichtum des Hunnenreiches

profitierten. In den Gräbern, die der höchsten sozialen Schicht des hunnischen Verbandes

zugeordnet werden, zeichnet sich eine klare Herrschaftssymbolik, etwa in Form von goldenen

Bogen- und Sattelbeschlägen oder Schwertgriffen ab. Darüber hinaus unterscheiden sich die

Gräber der hunnischen Führungsschicht von den germanischen Gräbern durch die eurasische

Grabsitte des Totenopfers.

11

Von Ildico und Ihresgleichen

Die wohl bekannteste Germanin aus dem hunnischen Verband trug den Namen Ildico. Sie

errang traurige Berühmtheit als letzte Braut Attilas, der in der Hochzeitsnacht verstarb. Die

hunnische Sitte sah vor, dass ein Mann mehrere Frauen haben konnte. Attila scheint dies

intensiv genutzt zu haben. Die antiken Quellen behaupten einerseits, er sei dabei Opfer seiner

Lenden gewesen, andererseits soll es sich dabei um eine Heirats- und Bündnispolitik gehandelt

haben. Sowohl die nomadischen Frauen der Oberschicht des hunnischen Verbandes als auch

diejenigen der verbündeten Stämme verfügten wie die Männer über einen enormen Reichtum.

In den Gräbern der germanischen Frauen lässt sich eine Verschmelzung der germanischen

Tracht mit östlichen, reiternomadischen Sitten erkennen.

Herrinnen der Steppenkrieger

Über die soziale Stellung hunnischer Frauen liefert Priscus ein anschauliches Bild. Hunnische

Frauen konnten demnach eine hohe gesellschaftliche Stellung innehaben. Eine Witwe Bledas

herrschte über ein ganzes Dorf. Kreka, die Hauptfrau Attilas, lebte im Residenzbezirk in einem

hölzernen Gebäude. Sie hatte das Recht, Gesandtschaften zu empfangen. Dies tat sie auf

einem weich gepolsterten Lager, umgeben von ihren zahlreichen Dienerinnen. Ihre Stellung

war so bedeutend, dass römische Gesandte ihr Geschenke zukommen ließen.

Die Gräber der hunnischen Frauen stehen im Reichtum den germanischen Bestattungen in

Nichts nach. Die Beigabentradition ermöglicht es, zwischen den einzelnen

Bevölkerungsgruppen zu unterscheiden, so etwa anhand des Trachtzubehörs.

12

Attila

Schon in der Spätantike verlor man über Attila kaum ein gutes Wort. Man hielt ihn für einen

anmaßenden Emporkömmling, der mit unverschämtem Glück das größte Reich der Welt

herausfordern konnte. Die christlich geprägte Geschichtsschreibung tat ihr Übriges, um das

Bild von Attila dem Schrecklichen, der Geißel Gottes, zu prägen. Heute sieht man die Person

Attilas differenzierter. In den Quellen taucht er als charismatische Persönlichkeit auf, jähzornig

und doch freundlich und besonnen, bescheiden und doch anmaßend. Bezeichnend ist, dass mit

seinem Tod sein Reich buchstäblich zerbricht. Sein enger Vertrauter, der Gepidenkönig

Ardarich, wird zum Totengräber des hunnischen Reiches. Darin zeigt sich die Bedeutung der

Person Attilas. Das Hunnenreich war bestimmt durch das Vertrauensverhältnis zwischen dem

Großkönig und seinen logades. Als Attila starb, brach dieses System auseinander. Die Einigung

des Hunnenreiches war der große Verdienst dieser Persönlichkeit. Die einzelnen Raubzüge

hunnischer Stämme in den Jahrzehnten vor Attilas Herrschaft waren eine schreckliche Plage

für das römische und auch das sassanidische Reich, aber nicht mehr. Erst Attilas Großheer

forderte das römische Weltreich ernsthaft heraus. Das Selbstverständnis und der Reichtum der

hunnischen und germanischen Oberschicht zeigen, dass das hunnische Reich unter Attila wohl

eine ernsthafte Alternative zum römischen Reich gewesen ist.

Silber, Gold, Gebein und Erde

Die Bestattungssitten der Ostgermanen und der Angehörigen des reiternomadischen

Kulturkomplexes, wie Hunnen in der archäologischen Fachsprache genannt werden, weisen

deutliche Besonderheiten auf, die eine Unterscheidung der Kulturgruppen ermöglichen. Die

ostgermanischen Gräber haben meist eine West-Ost orientierte Lage, d.h. der im Westen

liegende Kopf des Verstorbenen blickt nach Osten. Reiternomadische Gräber sind dagegen

Nord-Süd orientiert. Diese Unterschiede haben vermutlich spirituelle Hintergründe.

Männergräber können meist an den Waffenbeigaben unterschieden werden. Reiterkrieger

trugen beispielsweise keine Rundschilde mit Schildbuckel und keine Äxte. Im Gegensatz zu

hunnischen Frauengräbern sind germanische Frauenbestattungen vor allem durch die Beigabe

von Fibeln gekennzeichnet. Neben den Unterschieden zeigen sich auch Gemeinsamkeiten, die

die Verschmelzung der beiden Kulturgruppen durch die hunnische Zeit verdeutlichen. Dazu

zählen Traditionen wie die Schädeldeformation, die Übernahme von Langschwertern mit

eiserner Parierstange durch germanische Stammesangehörige oder die Beigabe von

Ösenspiegeln in die Gräber.

Grabhügel der Steppe

Die Bestattung in Grabhügeln hat in der Geschichte der Menschheit eine lange Tradition. Die

besondere Form der Grabhügel in den Steppenlandschaften Eurasiens trägt den Namen

Kurgan. Schon die alten Skythen begruben ihre Toten in solchen Monumenten, die teilweise

weithin sichtbar in der Steppe aufragten. Mancherorts reihen sich solche Kurgangräber über

Kilometer aneinander. Die hunnischen Stämme der Gebiete Mittelasiens und Osteuropas

begruben ihre Toten ebenfalls in solchen Kurganen, wenn auch nicht ausschließlich. Der innere

Aufbau eines Kurgans - jeweils mit einem Zugangsschacht und einer Kammer für die

eigentliche Bestattung – zeigt bestimmte Besonderheiten, die wahrscheinlich auf zeitliche oder

ethnische Unterschiede hinweisen. Mancher Kurgan aus älterer Zeit wurde von Hunnen wieder

verwendet, so dass sich in einem Kurgan Gräber aus unterschiedlichen Zeitaltern befinden

können.

13

Vom Kochtopf zum Kultgerät

Ein besonderes Merkmal der hunnischen Kultur sind große bronzene Metallkessel. Über die

Verwendung dieser Kessel herrschte lange Uneinigkeit, gerade in der früheren Forschung

neigte man dazu, diese Geräte als Kochutensilien zu betrachten. Südsibirische

Felszeichnungen, auf denen Kessel in hunnischen Siedlungen abgebildet waren, wurden in

diese Richtung interpretiert. Heute werden diese Kessel eher als Kultgeräte gesehen, die

vermutlich im hunnischen Bestattungszeremoniell eine Rolle spielten.

Die hunnenzeitlichen Kessel weisen in Form und Verzierung nach Asien, wo verwandte Stücke

aus älterer Zeit nachgewiesen sind. Auffallend ist, dass die Kessel meist in der Nähe von

Gewässern gefunden wurden und dadurch eine besondere Bedeutung des Wassers nahe legen.

14

Eine verhängnisvolle Nacht

Jordanes beschreibt in seiner Gotengeschichte den Tod Attilas als ein Ereignis, das von allen

Völkern, auch von den Römern, herbeigesehnt worden war. Der hunnische Großkönig starb so

ungewöhnlich grauenvoll, wie sein Leben ungewöhnlich gewesen war. Mit diesen Worten fasst

Jordanes Tod und Leben Attilas zusammen. Der ungewöhnlich grauenvolle Tod soll durch einen

Blutsturz eingetreten sein, an dem der volltrunkene König in seiner Hochzeitsnacht mit der

wunderschönen burgundischen Prinzessin Ildico erstickte. Ein ungewöhnlicher Tod für einen

Mann, dessen Ableben man am ehesten auf dem Schlachtfeld vermuten würde. Daher

verwundert es nicht, dass schon bald Gerüchte entstanden, die junge Ildico hätte sich ihres

Gemahls mit Hilfe eines Dolches entledigt, als Rache für die Vernichtung des burgundischen

Königreiches durch die Hunnen.

Ein König wird zu Grabe getragen

Das Begräbnis Attilas wurde von Priscus beschrieben. Attila wurde zunächst in einem seidenen

Zelt aufgebahrt, während die besten Krieger auf ihren Pferden um ihn herumritten, Klagelieder

anstimmten und sich die Wangen zerschnitten, eine Trauerzeremonie mit reiternomadischer

Tradition. Nach einem ausgedehnten Leichenmahl wurde im Schutz der Nacht der Leichnam

des Großkönigs zu seinem Grab gebracht. Da der Hunne mit ungeheuren Reichtümern

beigesetzt worden sein soll, wurden alle Menschen, die mit der Grablegung betraut waren,

kurzerhand ermordet, um Attilas Totenruhe zu wahren.

Im Laufe der Zeit vermischte sich dies mit dem Bericht über das Begräbnis des Alarich, der

unter einem eigens dafür umgeleiteten Fluss begraben wurde. So entstand die Legende, Attilas

Grab sei unter einem großen Fluss zu finden. Seither wurde immer wieder vermutet, dass sich

unter der Theiß oder einem verlandeten Seitenarm das Grab des Hunnenherrschers befindet.

Auch die Überlieferung, Attila sei in einem dreifachen Sarg, einem eisernen, einem silbernen

und einem goldenen, bestattet, findet sich in der Legendbildung vieler anderer Stämme wieder.

Das Ende eines Reiches

Mit dem Tod Attilas nahm das Ende des hunnischen Reiches seinen Lauf. Attilas Söhne waren

sich uneins über die Weitergabe der Herrschaft und vor allem waren sie offensichtlich nicht in

der Lage, das Bündnis- und Vertrauenssystem ihres Vaters aufrecht zu erhalten. Nachdem

Völker und Könige durch das Los unter den Söhnen aufgeteilt werden sollten, ging ein tiefer

Riss durch das hunnische Reich. Unter der Führung des Gepidenkönigs Ardarich erhoben sich

einstige Verbündete Attilas gegen dessen Söhne und besiegten deren Heer in der Schlacht am

Nedao im Jahr 454 nach Christus Es war eine Schlacht, bei der auf beiden Seiten Angehörige

des gleichen Volkes gegeneinander kämpften. Rugier gegen Rugier, Skiren gegen Skiren,

Sarmaten gegen Sarmaten und viele mehr. Die Einigkeit des Hunnenreiches war damit

zerschlagen. Die Gepiden gingen als Sieger aus der Schlacht vom Nedao hervor und

bemächtigten sich des hunnischen Kernlandes im östlichen Karpatenbecken. Die Hunnen

wurden nach Osten vertrieben, alle anderen Verlierer vom Nedao suchten Zuflucht auf dem

Gebiet des römischen Reiches.

Die antiken Quellen berichten von weiteren Versuchen der Attila-Söhne Ernak und Dengizich

im Gebiet der unteren Donau wieder Fuß zu fassen, sie scheitern aber allesamt. 469 nach

Christus wird das Haupt des Dengizich nach Konstantinopel gesandt. Danach verliert sich

langsam die Spur der europäischen Hunnen in den Quellen.

15

Der heilige Vater und das Väterchen

Während Attilas letzten Feldzuges in Italien ereignete sich eine Begegnung, über deren

Wahrheitsgehalt immer wieder diskutiert wird. Jordanes berichtet von der Absicht Attilas, nach

der Einnahme von norditalienischen Städten wie Aquileia und Mediolanum nach Rom zu

ziehen. Da die kaiserliche Familie sich bereits auf die Flucht vorbereitete und auch der Feldherr

Aetius nichts unternahm, um ein Heer zur Verteidigung aufzustellen, begab sich der heilige

Vater Leo I. an die Furt des Mincio in Venetien, um dort mit Attila das Gespräch zu suchen. Der

Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Attila stimmte dem Friedensgesuch zu und marschierte

nicht gegen Rom. Im Gegenteil, er zog auf direktem Wege in das Gebiet jenseits der Donau.

Um dieses Aufeinandertreffen zu verstehen, bedarf es der Ergänzung einiger Ereignisse. Attilas

Feldzug hatte ihm schwere Verluste eingebracht, das Heer wurde darüber hinaus durch eine

Seuche dezimiert. Auch war Attila von seinen Schamanen Unheil vorher gesagt worden, wenn

er weiterziehen würde. So bot sich durch das Friedensangebot eine geeignete Gelegenheit zum

Rückzug, denn Attilas Heer wurde im eigenen Reich nördlich der Donau dringend gebraucht.

Der oströmische Kaiser Marcian hatte zum Angriff gerüstet, ein oströmisches Heer die Donau

überschritten und ein hunnisches Grenzheer geschlagen. Attila kam das Angebot Leo I. wohl

mehr als gelegen.

Attila und die Hunnen, ein Mythos

Obwohl die Epoche, in der Attila und die Hunnen auf der Bühne der Weltgeschichte standen,

nur von kurzer Dauer war, hat sie eine nachhaltige Wirkung hinterlassen. Attila und seine

Hunnen lebten in der germanischen Sagenwelt weiter, vom Walthari Lied, der Völsunga Saga

bis hin zur Nibelungensage. Sogar spätere reiternomadische Völker wie die Awaren wurden

von den frühmittelalterlichen Geschichtsschreibern noch als Hunnen wahrgenommen.

Den Beinamen „Geißel Gottes“ erhielt Attila schon im fünften Jahrhundert. Die Gründe dafür

können nicht in der Person Attilas liegen, denn der Hunnenkönig sticht nicht durch besondere

Grausamkeit hervor. Im Gegensatz zu anderen Königen seiner Zeit wie der Westgote Eurich

oder der Vandale Geiserich hat Attila niemals eine Person wegen ihrer Abstammung oder ihres

Glaubens verfolgen lassen. Mit den Hunnen wird bis heute unwillkürlich Schrecken und

Grausamkeit verbunden. Darin standen ihnen andere Völker ihrer Zeit jedoch in nichts nach.

Bis in unsere Tage hat sich ein Bild von Attila und den Hunnen erhalten, dass im Wesentlichen

von Wildheit und Grausamkeit, aber auch Exotik und unschätzbarem Reichtum, Pracht und

Prunk geprägt ist.

In all dem steckt ein Stück der Welt der Hunnen, doch das heutige Bild ist zu stark gezeichnet.

Eine fremde Kultur übt auf viele Menschen einerseits Faszination aus, andererseits ruft die

Fremdartigkeit Angst, Schrecken und Ablehnung hervor. Die Hunnen haben ihre Spuren im

Staub der europäischen Geschichte hinterlassen, ihre herausragende Rolle in der Spätantike ist

die Grundlage für den Mythos geworden.

16

Hör- und interaktive Stationen

Zone 1

„Hieronymus über den Niedergang seiner Zeit“

Ausschnitt aus einem Brief des Kirchenvaters Hieronymus in dem er sich über die Katastrophen

seiner Zeit beklagt

Zone 8

„Fragen an Priscus“

Zone 11

„Fragen an Attila“

Zone 13

„Attila and the Huns“

Sketch von Monty Python

Zone 15

„Jordanes Überlieferung von Attilas Tod“

Beschreibung von Attilas Tod und Bestattung

Multivisionen:

Zone 1

„Mythos Attila“

Wer war Attila und wie wurde er gesehen ?

Zone 1

Comicstrip über den Kampfhergang, bei dem der Tote von Wien XXI starb

Zone 6

„Reflexbogen in Aktion“

3D-Animation über die Verwendung des Reflexbogens im Kampf

Zone 13

„Historischer Hintergrund“

Weitere Informationen über kommunikation@museum.speyer.de.

17

„Das Leben der Nomaden in der Steppe“ –

die Ausstellung des Jungen Museums Speyer

Die Hunnen gehören zu den nomadischen Reitervölkern und sind als besonders gute Reiter und

gefährliche Krieger berühmt geworden. Auch heute noch leben einige Nomadenvölker in der

Mongolei, in Kirgistan und im asiatischen Teil Russlands. Diese Thematik wird vom Jungen

Museum aufgegriffen: Einige Räume sind speziell für Kinder konzipiert und laden zum

Mitmachen und Erleben ein. Wie sieht das Leben der Kinder in den weiten Steppen Asiens aus?

Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, mit der ganzen Familie in einem Zelt zu wohnen? Habt ihr

schon einmal eine Herde Schafe zusammen getrieben? Was bedeutet es, nicht ständig an

einem Ort zu wohnen, sondern je nach Jahreszeit in ein anderes Gebiet zu ziehen?

Themenschwerpunkte der Ausstellung „Das Leben der Nomaden in der Steppe“ des Jungen

Museums sind: Das Leben in der Jurte, kirgisische Musik, das Filzen und die Jagd.

Kirgistan

Kirgistan liegt im Herzen Zentralasiens zwischen dem Pamir und dem Altai in der Tien Shan

Bergkette. In dieser Landschaft finden sich über 7000 Meter hohe, schneebedeckte Gipfel. Es

ist ein multinationales Land mit mehr als 28 verschiedenen Nationalitäten, wobei die Kirgisen

mit über 65 Prozent die Mehrheit stellen. Das Volk, welches dem modernen Kirgistan

(kirghiz- Volk, -stan Land) den Namen gab, ist eines der ältesten Zentralasiens und gehört zu

den Turkvölkern. Über den Ursprung der Kirgisen gibt es unterschiedliche Aussagen. Als

unzweifelhaft gilt jedoch, dass die alten Kirgisen ihren ersten Staat zeitgleich mit dem ersten

turksprachigen Imperium der Hunnen gründeten. Die Vorfahren der Kirgisen wurden

924 n. Chr. von den Mongolen aus ihrem Land vertrieben. Ein Teil der Kirgisen habe sich

nördlich des Tien Shan niedergelassen und ein anderer Teil sei während der mongolischen

Invasion im 13. Jh. unter die Herrschaft Tschingis Khans geraten. Ab dem 15. Jh. hätten sich die

Kirgisen im Tien Shan wieder vereinigt: So erzählt es die eindrucksvolle Heldengeschichte des

Khan Manas. Dieses Epos besteht aus mehr als einer Million Verse, die das frühere kirgisische

Leben darstellen und seit Generationen mündlich von Geschichtenerzählern, den manastschi ,

überliefert werden.

Aufbau einer Jurte

Die Jurte hat eine tausendjährige Geschichte. Heute ist der Nomadenstamm, der die Idee zu

dieser einzigartigen Wohnungskonstruktion in der Vorzeit entwickelt hat, nicht mehr

bestimmbar. Ein erfahrener Jurtenbauer benötigt nur einen Monat zur Herstellung einer Jurte,

die dann zwanzig Jahre lang benutzt werden kann. Der Aufbau der Jurte beginnt mit dem

bosogo, dem Türrahmen. Rechts und links vom Türrahmen wird in kreisförmiger Anordnung ein

rautenförmiges Gitter (kerege kos) aufgestellt, das sich aus einzelnen Teilen zusammensetzt.

Anschließend werden auf dem kerege kos die Kuppelstangen befestigt, die den tündük – einen

kranzförmigen Aufsatz – tragen. Alles wird dann mit Rohlederriemen gut verbunden. An der

Außenseite wird die Jurte mit einer Matte aus Federgras bezogen. Erst dann wird an der

gesamten kuppelförmigen Holzkonstruktion dicker Filz aufgelegt. Jede einzelne Filzschicht

wird mit festen Seilen an den rund um die Jurte eingeschlagenen Pfählen befestigt. Der tündük

wird ebenfalls mit einem Filzstück bedeckt, das während des Tages und bei klarem Wetter

zurückgeschlagen wird, bei Kälte und Regen die Öffnung jedoch gut verschließt.

18

In der Jurte

Im Zentrum der Jurte und des Lebens ihrer Bewohner ist die kolomto, die Feuerstelle, die sich

direkt unter der runden Öffnung im Jurtendach befindet. An der Rückwand der Jurte

unmittelbar gegenüber dem Eingang wird der dschuk eingerichtet: ein Platz für die

zusammengerollten Decken, Teppiche, Truhen und Kissen. Je höher der dschuk umso

wohlhabender die Bewohner. Der Platz davor wird tör genannt und ist für Ehrengäste und alte

Menschen reserviert. Rechts vom Eingang befindet sich der eptschi schak, der Teil der Jurte, der

den Frauen vorbehalten ist. Hier werden Geschirr und andere Haushaltsgegenstände in großen

Filztaschen aufbewahrt. Der linke Teil vom Eingang, er schak, bietet den Männern Raum, um

Zaumzeug, Reitpeitschen und Jagdmesser zu verstauen.

Filz

Die Chinesen haben, so sagt man, bereits im 6. Jh v. Chr. das Gebiet Zentralasiens „Filzland“

genannt. Dies lässt erkennen, dass Filz bei den zentralasiatischen Nomadenvölkern schon sehr

früh eine herausragende Rolle gespielt hat. Filz ist auch heute noch für die Nomaden in

Kirgistan immer gegenwärtig. Nicht nur die Jurten, sondern auch Teppiche, Brottaschen,

Pferdetaschen, Stiefel, Hüte und vieles mehr wird aus Filz gemacht. Für die Herstellung eines

shyrdak – eines Filzteppichs benötigt man ein ganzes Jahr: Im Frühjahr werden die Schafe

geschoren, im Sommer wird im Freien gefilzt. Mit kochendem Wasser übergossen, eingerollt

und zu einem Bündel verschnürt, verfilzt die Wolle, in dem man das Bündel mit den Füßen tritt.

Dabei entstehen Filzmatten, aus denen an langen Winterabenden kirgisische Frauen bunte

Muster ausschneiden und sie dann zu farbenfrohen Teppichen zusammennähen. Diese

Muster, deren Wurzeln bis in die Bronzezeit zurückreichen, sind einfache aber zugleich

ausdrucksstarke Elemente aus der Tier- und Pflanzenwelt und aus der Landschaft. Die

häufigsten Motive sind stilisierte Tierhörner wie das Widder- und das Steinbockhorn.

Reiterspiele

Pferde haben – wie schon bei den Hunnen – bis heute für die kirgisischen Nomaden eine

große Bedeutung. Kirgisische Kinder lernen früh das Reiten – sogar ohne Sattel. Wenn große

Feste gefeiert werden, dürfen die Pferde natürlich auch nicht fehlen. Es gibt viele Spiele und

Wettkämpfe mit Pferden. So zum Beispiel das Pferderennen At- tschabysch. Jungen im Alter

von 13 bis 15 Jahren zeigen, wie gut sie das Reiten beherrschen, aber auch die guten

Eigenschaften ihres Pferdes. Erfolgreiche Pferde werden bei den Spielen mit traditioneller

Musik besungen.

19

Begleitprogramm

16. Juni 2007, 16 Uhr

Eröffnung der Ausstellung

Vorträge

16. August 2007, 19 Uhr

Die Rolle der Hunnen in der Spätantike

Dr. Bodo Anke

13. September 2007, 19 Uhr

Die Hunnen zwischen Europa und Asien

Dr. Alexander Koch

25. Oktober 2007, 19 Uhr

Wie und warum schreibt man heute über die Germanen?

Prof. Dr. Herwig Wolfram

Tagung

23. bis 24. November 2007

Hunnen zwischen Asien und Europa – Aktuelle Forschungen zur Archäologie und Kultur der

Hunnen

Besonderer Service:

„Zeit für Geschichte – Führung ab 60“

Führungen durch die Ausstellung mit Mikrofon, Kopfhörern und Sitzgelegenheiten für bis zu 25

Personen

Information und Buchung unter 06232 62 02 22 oder info@museum.speyer.de

20

Begleitprogramm des Jungen Museums Speyer

Workshops

Filzen

Bei dem Rundgang durch die Ausstellung erfahrt ihr einiges über Reiternomaden, die vor mehr

als 1.500 Jahren gelebt haben. Aber ihr lernt auch das Leben der heutigen Nomaden kennen.

Das Filzen ist eine alte Tradition dieser Nomadenvölker. Filz ist eines der wichtigsten

Materialien: Aus Filz werden bis heute Wände für Jurten, Teppiche, Kleidung oder Satteldecken

gefertigt. Im Anschluss an die Führung könnt ihr lernen, wie das Filzen geht und stellt einen

eigenen Ball aus Filz her. (6-10 Jahre)

Schmuck

In der Ausstellung sind einige kostbare Schmuckstücke zu sehen, wie Fibeln oder

Goldblechapplikationen mit Almandinsteinen, mit denen kostbare Frauengewänder

geschmückt waren. Wir schauen uns diese gemeinsam an und werden die Technik des

Cloisonné kennenlernen und eine eigene Brosche mit Schmucksteinen oder einen Anhänger

gestalten. (8-12 Jahre)

Die Workshops beinhalten eine 45-minütige Führung durch die Ausstellung sowie einen

praktischen Teil mit einer Dauer von 45 Minuten.

bis 16 Kinder: 65 € plus 3 € pro Kind

17 bis 32 Kinder: 75 € plus 3 € pro Kind

Führung mit Lesung

Das Leben der Nomadenkinder

In einer Jurte, dem Zelt der Mongolen oder Kirgisen, könnt ihr dem Erzähler von kirgisischen

oder mongolischen Geschichten und Märchen lauschen und werdet so auf das Leben der

Nomaden eingestimmt. Ihr erfahrt einiges über die Kultur und das Leben der Nomaden.

Anschließend geht ihr durch die Ausstellung, taucht in die Geschichte ein und lernt dort die

Hunnen kennen, die vor mehr als 1500 Jahren als Reiternomaden lebten und gefürchtete

Krieger waren. (6-12 Jahre)

Die Führung mit Lesung dauert 90 Minuten.

bis 32 Kinder: 57€ plus 3 € pro Kind

Lehrerfortbildung

4. September 2007, 10 bis 17 Uhr

Zur Ausstellung veranstaltet das Junge Museum in Zusammenarbeit mit dem Institut für

Lehrerfortbildung und schulpsychologische Beratung Speyer (IFB) eine Fortbildung für alle

interessierten Lehrerinnen und Lehrer. An diesem Tag werden die Schwerpunkte der

Ausstellung vorgestellt, vertieft durch eine Führung durch die Ausstellung. Anschließend

werden Handreichung und Begleitprogramme zur Ausstellung vorgestellt.

Anmeldung über das IFB Speyer online oder mit "Grüner Karte" IFB Nr. 721650901

21

Begleitbuch

Das Begleitbuch zur Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz Speyer präsentiert die

Hunnen, ihre wechselvolle Geschichte und faszinierende Kultur auf einer breiten Grundlage

archäologischer, historischer und ethnografischer Quellen. Die neue Forschung hat

herausgestellt, dass es sich bei den Hunnen keinesfalls um kulturlose, primitive Horden

gehandelt hat, sondern um eine heterogene Bevölkerungsgruppe, die perfekt an ein Leben in

der Steppe unter widrigsten Lebensbedingungen angepasst war. Die archäologischen Funde

geben Auskunft über den raschen Aufstieg der Hunnen, ihre rasante Mobilität, die Eigenheiten

ihrer nomadischen Lebensweise und die äußerst effektive, überraschende Taktik im Kampf.

In leicht verständlichen Texten erfährt der Leser darüber hinaus vom alltäglichen Leben und

der Vorstellungswelt der Reiternomaden. Die zahlreichen Abbildungen tragen zu einem

umfassenden Erlebnis des kulturellen Erbes dieser einzigartigen und in vieler Hinsicht

fremdartigen Reiterkultur bei.

Aus dem Inhalt

· Die Hunnen und die römische Propaganda

· Leben in der Steppe

· Königtum und Herrschaft

· Kampf und Jagd

· Kult und Glaube

· Tod und Jenseits

· Mensch und Ethnos

· Tracht und Schmuck

· Kulturaustausch und -einfluss

· Nachleben und Wirkungsgeschichte der Hunnen

Attila und die Hunnen

Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer

392 Seiten mit ca. 500 farbigen Abbildungen.

24 x 28 cm.

Erhältlich für 29,90 € im Museumsshop oder per Post zzgl. 6,90 € Versandkosten.

Erscheint im Juni 2007 im Konrad Theiss Verlag, Stuttgart.

Gedruckt mit Unterstützung der Klaus Tschira Stiftung.

22

Ausstellungsdaten

Ausstellungsort Historisches Museum der Pfalz, Domplatz, 67346 Speyer

Ausstellungsfläche ca. 1800 Quadratmeter

Umfang viele hundert Objekte aus Nationalmuseen und großen

Sammlungen zahlreicher Länder, mehr als 60 Leihgeber,

Hörstationen, Multivisionen

Dauer 17. Juni 2007 bis 6. Januar 2008

Gesamtleitung Alexander Koch

Wissenschaftliches Konzept Bodo Anke

Ausstellungsgestaltung Wolfgang Leitmeyer

Ausstellungsdidaktik Lars Börner

Ausstellungskoordination Heike Externbrink, Melanie Herget

Junges Museum,

Ausstellungsgestaltung Almut Neef

Begleitprogramm für Schulen

Cathérine Biasini, Almut Neef, Franziska Hageloch

Medien- und Sabine Karle-Coen (Leitung), Telefon 06232 13 25 14

Öffentlichkeitsarbeit Katja Jewski, Ursula Rubenbauer, Telefon 06232 13 25 613

Franziska Keller, Telefon 06232 13 25 761

kommunikation@museum.speyer.de

Netzwerkadministration

und Medientechnik Dieter Becker

Restauratorische Betreuung Martin Spies (Leitung), Lucius Alsen, Anja Schäfer, Sigrun Thiel

Transport und Logistik Lucius Alsen

Fotografie Peter Haag-Kirchner

Multivision k.AT – KulturProjekte Arne Trautmann, Römerberg

Ausstellungsbau Holz + Design, Birkenfeld

Künstlerische Gestaltung

der Skulpturen Beat Künzler, Schaffhausen, Claudia Girard, Neunkirch

Wagenrekonstruktionen Wolfgang Linke, Diessen am Ammersee

3-D-Animation Radu Cotorabai, Berlin

23

Kleidungs- und

Ausrüstungsrekonstruktionen Via Appia Feuerstein, Speyer

David Kellenberger, Basel

Kai Hobein, Holzerode

Art of Costumes, Sandhausen

Jurte, Landschaftsfotos People and Nature e.V., Stephan Dömpke, Berlin

Multimedia OpenGames.tv, Bobenheim Roxheim

Kommunikationsprodukte pozzi 7, Mannheim

Beschriftungen Eickhoff Grafik & Design, Speyer

Malerarbeiten Leo Fischer, Römerberg

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

An Heiligabend, 24. Dezember 2007 und Silvester, 31. Dezember

2007 ist das Museum von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

Eintritt Regulär: 10 €, ermäßigt: 7 €

Schulklassen und

Kindergartengruppen pro Person 3 €

Besucherservice

und Führungen Colette Neufurth (Leitung), Heike Eberhard, Monika Masala

Telefon 06232 62 02 22

Telefax 06232 62 02 23

E-Mail info@museum.speyer.de