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Home : events_veranst : berlinale : Internationale Filmfestspiele Berlin 08.-02.07

Internationale Filmfestspiele Berlin 08.-02.07




Das Profil der Berlinale, ein Überblick

Am 6. Juni 1951 begannen im Titania-Palast die ersten Internationalen Filmfestspiele Berlin. Alfred Hitchcocks Rebecca war der Eröffnungsfilm, dessen Hauptdarstellerin Joan Fontaine der umjubelte Star des Festivals. Sechs Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs sehnte sich Berlin nach Beachtung und internationaler Anerkennung. Große Teile der Stadt lagen noch immer in Trümmern, der Wiederaufbau hatte begonnen, aber man war noch weit entfernt von der Lebendigkeit der Kunstmetropole, die Berlin in den Zwanziger Jahren war.
 
Heute hat sich die Stadt wieder in einen weltoffenen und aufregenden Kulturschauplatz verwandelt. Mittendrin die Berlinale: nicht nur das größte Kulturereignis der Stadt, sondern auch eines der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie. Mehr als 16.000 Fachbesucher, darunter über 3.600 Journalisten, aus über 80 Ländern akkreditieren sich jedes Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen. Ein Mammutereignis, aber auch ein Fest der Begegnung und Diskussionen. Mit über 150.000 verkauften Eintrittskarten ist die Berlinale nicht nur Branchentreff, sondern auch weltweit das größte Publikumsfestival. Kunst, Glamour, Party und Geschäft liegen zwei Wochen lang eng beieinander.
 
Die ganze Welt des Films
Das öffentliche Programm der Berlinale zeigt jedes Jahr rund 350 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren. Filme aller Genres, Längen und Formate können zur Bewerbung eingereicht werden. Die Berlinale unterscheidet zwischen verschiedenen Sektionen mit ganz eigenem Profil: großes internationales Kino im Wettbewerb, Independent und Arthouse im Panorama, Kino für ein junges Publikum im Kinderfilmfest und seinem Programm 14plus, das Spannendste aus der deutschen Filmlandschaft in der Perspektive Deutsches Kino, ein geschärfter Blick auf „entfernte“ Filmländer und experimentelle Formen im Internationalen Forum des Jungen Films. Ergänzt wird das Programm durch eine Retrospektive sowie eine Hommage, die sich auf das Lebenswerk einer großen Filmpersönlichkeit konzentriert. Beide werden vom „Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek“ kuratiert und erschließen dem zeitgenössischen Film einen historischen Kontext.
 
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin verstehen sich als ein Schaufenster des internationalen Filmschaffens, aber auch als Akteur und Multiplikator im weltweiten Filmgeschehen: Filmreihen, Workshops und moderierte Pitchings - die Formen der Zusammenarbeit und die Möglichkeiten kreativer Interaktion sind vielfältig.
 
Eine junge Initiative ist der Berlinale Talent Campus, der 2005 zum dritten Mal stattfand. Der Campus lädt etwa 500 junge Filmtalente aus aller Welt nach Berlin ein, um in Workshops und Diskussionen im Haus der Kulturen der Welt mit erfahrenen Profis zusammen zu kommen. Der „Talentschmiede“ geht es vor allem um die Vermittlung von Know-How, Teamwork und Ideenaustausch. Der Campus investiert in die Zukunft – in die des Festivals, vor allem aber in die des Films.
 
Wie sehr sich die Berlinale genau dort verortet, an der Schnittstelle zwischen Vorhandenem und Möglichen, zeigt auch der erfolgreiche Start des Berlinale Co-Production Market. Hier kommen Filmschaffende und Produzenten aus aller Welt zusammen, um die Möglichkeiten internationaler Koproduktionen auszuloten und in die Tat umzusetzen.
 
Die in die Berlinale integrierte Filmmesse European Film Market ist dem Fachpublikum vorbehalten und hat sich zu einem der wichtigsten Business-Events in der internationalen Filmbranche entwickelt. Hier treffen sich Produzenten und Verleiher, Käufer und Financiers, um zu sichten, zu werben, zu verhandeln und zu kaufen.




Sektionen und Programmreihen

Das Filmprogramm der Berlinale gliedert sich in sechs Sektionen: den Wettbewerb, das Panorama, das Internationale Forum des Jungen Films, das Kinderfilmfest, die Perspektive Deutsches Kino und die Retrospektive. Jede Sektion hat einen Sektionsleiter, der für die Filmauswahl verantwortlich ist und sich in seinen Entscheidungen von den Korrespondenten der Berlinale und anderen Experten beraten lässt.
Vielfalt und Fokussierung
Im Wettbewerb wird großes internationales Kino gezeigt, Filme die für die große Leinwand gemacht sind und das Zeug haben, ein breit gefächertes Publikum zu begeistern. Im Panorama liegt der Schwerpunkt auf Independent- und Arthouse-Kino, auf Filmen, denen man eine persönliche Handschrift ansieht und die ein kritisches und leidenschaftliches Publikum suchen. Das Kinderfilmfest zeigt frisches Kino für ein junges Publikum. Eine Auswahl unter dem Titel 14plus richtet sich dabei gezielt an Jugendliche und Heranwachsende. Die Perspektive Deutsches Kino interessiert sich für die thematischen und ästhetischen Tendenzen im einheimischen Filmschaffen und stellt einem internationalen Publikum das jeweils Neueste aus der deutschen Filmlandschaft vor. Das Internationale Forum des Jungen Films gilt als die risikofreudigste Sektion der Berlinale. Hier gilt ein geschärfter Blick experimentellen Formen und „entfernten“ Filmländern. Im Forum gibt es aufwühlendes, noch nie da gewesenes und auch sperriges Kino zu entdecken.
 
Perlentaucher werden aber auch fündig in der Retrospektive, die vom „Deutschen Filmmuseum - Deutsche Kinemathek“ verantwortet und kuratiert wird. Klassiker werden hier (wieder) entdeckt, nicht selten wird verschollen Geglaubtes neu geborgen. Dem zeitgenössischen Film erschließt das Programm der Retrospektive einen historischen Kontext. Unterstützt wird dieser Anspruch von der Hommage, die in der Regel einer großen Schauspielpersönlichkeit gewidmet ist und deren Lebenswerk präsentiert.
 
Eine Auswahl von etwa 60 Kurzfilmen verteilt sich auf die Sektionen Wettbewerb, Panorama, Perspektive Deutsches Kino und Kinderfilmfest. Wurden die „Kurzen“ früher jeweils im Vorprogramm zu einem Langfilm terminiert, bespielen sie mittlerweile, zu Kollektionen zusammengefasst, eine eigene Programmschiene des Festivals.
 
Sonderprogramme wie die Marshall-Film-Reihe kommen regelmäßig durch gezielte, thematische Kooperationen zustande und ergänzen das Programm mit eigenen Akzenten, erproben neues Terrain und schaffen zeitgeschichtliche Bezüge.
 
In den Sektionen und Reihen mischen sich die Genres, Dokumentarfilme haben sich neben den Spielfilmen ihren selbstverständlichen Platz erobert. Fiktionales Erzählkino dominiert die Filmauswahl im Wettbewerb. Im Panorama und im Forum jedoch nehmen Präsenz und Bedeutung von Dokumentarfilmen stetig zu. Die wachsende Lust junger Filmemacher, mit den Grenzen der Genres zu spielen, wird die Möglichkeiten des Mediums stetig erweitern und bedeutet auch für die Berlinale einen beständigen kreativen Wandel.
 
Ein ganz neues Projekt der Berlinale ist der im Sommer 2004 gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes initiierte World Cinema Fund, der als Förderinstrument für Filmprojekte aus speziellen Ländern und Regionen der Welt fungieren soll. Die Aktivitäten des Funds dauern über das ganze Jahr und reichen somit weit über den zeitlichen Rahmen des eigentlichen Festivalgeschehens hinaus.
 
Berliner Luft
Künstler aus aller Welt zieht es nach Berlin. Eine differenzierte Kinolandschaft, eine kritische Öffentlichkeit und ein vielschichtiges Publikum zeichnen die Stadt aus. Nicht zuletzt hat Berlin die Fantasie zahlloser Filmemacher beschäftigt: immer wieder diente die Stadt als Kulisse großer Leinwandszenarien - nicht selten avancierte sie zur heimlichen Protagonistin. Und für zwei Wochen im Jahr ist Berlin ganz auf Berlinale eingestellt.


Gitte Rudis


Quelle:
Internationale Filmfestspiele Berlin
Potsdamer Straße 5
D-10785 Berlin
Tel.: +49 · 30 · 25 · 920 · 0
Fax: +49 · 30 · 25 · 920 · 299
E-Mail:
Website: www.berlinale.de