Sektionen und Programmreihen
Das Filmprogramm der Berlinale gliedert sich in sechs Sektionen: den Wettbewerb, das Panorama, das Internationale Forum des Jungen Films, das Kinderfilmfest, die Perspektive Deutsches Kino und die Retrospektive. Jede Sektion hat einen Sektionsleiter, der für die Filmauswahl verantwortlich ist und sich in seinen Entscheidungen von den Korrespondenten der Berlinale und anderen Experten beraten lässt.
Vielfalt und Fokussierung
Im Wettbewerb wird großes internationales Kino gezeigt, Filme die für die große Leinwand gemacht sind und das Zeug haben, ein breit gefächertes Publikum zu begeistern. Im Panorama liegt der Schwerpunkt auf Independent- und Arthouse-Kino, auf Filmen, denen man eine persönliche Handschrift ansieht und die ein kritisches und leidenschaftliches Publikum suchen. Das Kinderfilmfest zeigt frisches Kino für ein junges Publikum. Eine Auswahl unter dem Titel 14plus richtet sich dabei gezielt an Jugendliche und Heranwachsende. Die Perspektive Deutsches Kino interessiert sich für die thematischen und ästhetischen Tendenzen im einheimischen Filmschaffen und stellt einem internationalen Publikum das jeweils Neueste aus der deutschen Filmlandschaft vor. Das Internationale Forum des Jungen Films gilt als die risikofreudigste Sektion der Berlinale. Hier gilt ein geschärfter Blick experimentellen Formen und „entfernten“ Filmländern. Im Forum gibt es aufwühlendes, noch nie da gewesenes und auch sperriges Kino zu entdecken.
Perlentaucher werden aber auch fündig in der Retrospektive, die vom „Deutschen Filmmuseum - Deutsche Kinemathek“ verantwortet und kuratiert wird. Klassiker werden hier (wieder) entdeckt, nicht selten wird verschollen Geglaubtes neu geborgen. Dem zeitgenössischen Film erschließt das Programm der Retrospektive einen historischen Kontext. Unterstützt wird dieser Anspruch von der Hommage, die in der Regel einer großen Schauspielpersönlichkeit gewidmet ist und deren Lebenswerk präsentiert.
Eine Auswahl von etwa 60 Kurzfilmen verteilt sich auf die Sektionen Wettbewerb, Panorama, Perspektive Deutsches Kino und Kinderfilmfest. Wurden die „Kurzen“ früher jeweils im Vorprogramm zu einem Langfilm terminiert, bespielen sie mittlerweile, zu Kollektionen zusammengefasst, eine eigene Programmschiene des Festivals.
Sonderprogramme wie die Marshall-Film-Reihe kommen regelmäßig durch gezielte, thematische Kooperationen zustande und ergänzen das Programm mit eigenen Akzenten, erproben neues Terrain und schaffen zeitgeschichtliche Bezüge.
In den Sektionen und Reihen mischen sich die Genres, Dokumentarfilme haben sich neben den Spielfilmen ihren selbstverständlichen Platz erobert. Fiktionales Erzählkino dominiert die Filmauswahl im Wettbewerb. Im Panorama und im Forum jedoch nehmen Präsenz und Bedeutung von Dokumentarfilmen stetig zu. Die wachsende Lust junger Filmemacher, mit den Grenzen der Genres zu spielen, wird die Möglichkeiten des Mediums stetig erweitern und bedeutet auch für die Berlinale einen beständigen kreativen Wandel.
Ein ganz neues Projekt der Berlinale ist der im Sommer 2004 gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes initiierte World Cinema Fund, der als Förderinstrument für Filmprojekte aus speziellen Ländern und Regionen der Welt fungieren soll. Die Aktivitäten des Funds dauern über das ganze Jahr und reichen somit weit über den zeitlichen Rahmen des eigentlichen Festivalgeschehens hinaus.
Berliner Luft
Künstler aus aller Welt zieht es nach Berlin. Eine differenzierte Kinolandschaft, eine kritische Öffentlichkeit und ein vielschichtiges Publikum zeichnen die Stadt aus. Nicht zuletzt hat Berlin die Fantasie zahlloser Filmemacher beschäftigt: immer wieder diente die Stadt als Kulisse großer Leinwandszenarien - nicht selten avancierte sie zur heimlichen Protagonistin. Und für zwei Wochen im Jahr ist Berlin ganz auf Berlinale eingestellt.
Gitte Rudis
Quelle:Internationale Filmfestspiele Berlin
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