Rhodos in Familie – Ein Erfahrungsbericht
Zeit: 11.05.-25.05.2006 Ort: Kolymbia Hotel: Mikri Poli Resort**** (nationale Kategorie) Reiseführer: Rhodos von Hans-Peter Siebenhaar, Michael MüllerVerlag Veranstalter, Animation: 1-2-Fly Fluglinie: Hapag Fly

Was uns bewog, dieses Ziel und dieses Hotel zu wählen
Wir sind zwei Erwachsene im Alter von 37 und 39 Jahren mit zwei Kindern, 3 und fast 6 Jahre alt. Dank des göttlichen vergangenen (ist er wirklich schon vergangen?) Winters wollten wir in die Sonne. Mama und Papa wollten auch etwas vom Urlaub haben, daher kam nur mindestens Vollpension und integrierte Kinderbetreuung infrage. Da wir keine Typen für reinen Strandurlaub sind, sollte es aber auch etwas zu erkunden geben in der näheren Umgebung. Nach einigen Recherchen, wo wir all dies vereint fänden und auch bezahlen könnten, kamen wir dank Internet auf Rhodos und das Mikri Poli-Resort-Hotel. Die bereits erfolgten Bewertungen dieses noch jungen (Eröffnung in 2004) Hotels waren sehr positiv.
Rhodos sollte grün und per Auto gut erkundbar sein, sowie für Eltern und Kinder einige Attraktionen bieten. Okay, wir haben gebucht.
Der Hinflug von Leipzig nach Rhodos fand zur fantastischen Zeit von 2:20 Uhr (nein, nicht 14:20, tatsächlich 2:20!) statt. Das bedeutete, es machte keinen Sinn, die Kinder abends ins Bett zu legen, denn man hätte sie ja kurz nach dem Einschlafen wieder wecken müssen. Stattdessen haben sie nachmittags bis 16:30 Uhr geschlafen und dann mit uns gemeinsam die Nacht durchgemacht. Sie haben auch erstaunlich gut durchgehalten. Ich muss gestehen, dass ich selbst das Frühstück um ca. 3 Uhr nachts nicht so prickelnd fand. Die Kinder naschten mal an diesem und jenem, schliefen dann eine Stunde vor Ende des Fluges ein und ließen sich auch durch das Begeisterte Klatschen der überlebenden Fluggäste bei der Landung in Rhodos nicht wecken. Was zur Folge hatte, dass wir sie samt Handgepäck von allen Vieren aus dem Flugzeug tragen mussten. Nicht, dass in dem Flughafenbus mal ein Erwachsener Platz gemacht hätte für eine Mutter mit Kind auf dem Arm…Das Kind musste ich dann leider auf den Boden setzen, da ich es nicht mit einer Hand festhalten und mich selbst auch noch absichern konnte. Cora schlief unverzüglich auf dem Boden des Busses weiter...und in der Wartehalle, wo die Gepäckabholung stattfinden sollte…und nachdem wir als letzte zum Bus kamen im Bus zum Hotel…und in der Hotellobby von 7:30 Uhr bis 9:30 Uhr, als unser Zimmer frei wurde…und auch danach noch den halben Tag. Wir haben uns dann nach dem Mittagessen solidarisch gezeigt und die ganze Familie schlief bis kurz vor dem Abendessen. Das zum Thema: Wenn Ihr früh fliegt habt Ihr ja einen ganzen Tag gewonnen. Haha.
Okay, wir haben nicht viel verpasst, denn es war bewölkt und nicht wirklich so warm. Das Hotel war vielleicht knapp zur Hälfte gefüllt. Und zum Abendessen waren wir ja wieder wach ;-). Am nächsten Tag die Sensation: Der statistisch einzige Regentag im Mai. Danke Petrus!
Zeit, das Hotel und alles drum herum zu erkunden: Das Mikri Poli wird durch das Hauptgebäude betreten, das an der Strandstraße zwischen Afandou und Kolymbia liegt. Es ist vom Flughafen und Rhodos-Stadt etwa 30 Minuten entfernt, wenn man die direkte Strecke wählt. Mit dem Transferbus kann es länger dauern, wenn noch andere Hotels angefahren werden. Das Hauptgebäude beinhaltet neben der Rezeption, der Hotelbar und einem kleinen Shop, sowie einem Juwelierladen die Restaurants, in denen die Mahlzeiten eingenommen werden. Im Erdgeschoss zum Poolbereich hin eine überdachte Terrasse, in der es Mittagessen und in der Nebensaison auch Frühstück gibt. In der Saison, die offenbar kurz vor unserer Anreise eröffnet wurde, gibt es Frühstück und Abendessen im Restaurant Terrasse, das die gesamte obere Etage einnimmt und entsprechend groß ist.
Die Mahlzeiten sind reichlich und vielseitig, sowie qualitativ gut. Zum Mittagessen ist die Auswahl nicht ganz so groß, was man aber angesichts der Angebote zu Frühstück und Abendessen gut verschmerzen kann. Frische Salate und Obst gibt es immer und auch die Kinder sollten stets etwas nach ihrem Geschmack finden. Sie können übrigens abends zusammen am Dinner for Kids teilnehmen, das um 17:45 Uhr im unteren Restaurant an extra Kindertischen und kleinen Stühlen serviert wird. Die Animateure wechseln sich bei der Begleitung der Kinder ab und nehmen sie hinterher mit zur Aktivstunde in den Solino-Club, damit die Eltern schön in Ruhe alleine essen können. Herrlich!
Die Gesamtanlage besteht aus zweistöckigen Bungalows, die ringsum hübsch umpflanzt und begrünt sind. Kein ätzender Betonklotz also, sehr angenehm. Es gibt inzwischen drei Pools, davon zwei, die auch für nicht schwimmende Kinder gut geeignet sind. Der mittlere ist ungechlort für Gäste mit Hautproblemen, dafür ist er leider überall 1,40m tief und nicht unbedingt was für Kinder.
Am Aktivpool, sowie am mittleren Pool gibt es eine Poolbar, die ab Mitte Mai auch beide offen waren. Der hintere Pool war zunächst ein Geheimtipp, aber je mehr die Bungalows rund herum sich füllten, umso voller wurde es natürlich auch dort.
Am 13. 05. hatten wir dann nicht nur Sonne, sondern auch, dank der Initiative meines Mannes ein klimatisiertes Auto für den Rest des Urlaubs, mit dem wir die Insel unsicher machen und an den Strand fahren konnten.
Der Strand: Unmittelbar am Hotel, nur ein paar Meter über die Straße ist das Meer. Dort gibt es sowohl einen Kiesstrand als auch Liegen und Sonnenschirme, aber…schön ist das nicht, denn es handelt sich offensichtlich noch um eine Baustelle. Einige Meter weiter in Richtung Kolymbia kann man aber am Strand des Irene Palace Hotels Liegen und Schirme mieten, wo es netter ist. Badeschuhe sind angebracht, denn der Weg ins Meer ist steinig. Ein wichtiger Tipp für Strandliebhaber ist Tsambika-Beach, nur 10 Autominuten vom Hotel entfernt in Richtung Lindos. Er ist kilometerlang und mit feinstem Sand versehen. Hier macht Baden und Sonnenbaden Spaß! Kinder können meterweit ins Meer laufen und noch stehen. Es gibt verschiedene Wassersportmöglichkeiten, u.a. Jetski-Verleih, wobei ich mich frage, ob der Preis von 30 Euro für 10 Minuten (35,- Euro bei 15 Min) viele Kunden anlockt. Ausgesehen hat es nicht danach. Am Strand gibt es auch verschiedene Kioske und auf dem Weg zum Strand einige Tavernen, so dass man nicht unbedingt weit fahren muss, um sich zu verpflegen. Da wir es aber so nah zum Hotel hatten, haben wir auch immer dort zu Mittag gegessen. Wir hatten ja all-inclusive.
Das Hotelpersonal war übrigens sehr freundlich und zuvorkommend. Fast alle sprachen Deutsch, obwohl es Griechen waren. Sie freuten sich aber immer, wenn man versuchte, das ein oder andere Wort in ihrer Sprache zu lernen. Klar, wozu fährt man nach Griechenland, wenn man nur Deutsch reden will?
Die Animation von 1-2-Fly war jung, aber professionell. Keiner der Animateure schien gelangweilt oder überfordert. Neue Kollegen wurden mit erfahreneren eingeteilt und konnten so schnell dazu lernen. Natürlich war die Saison noch frisch, aber dennoch. Alle Achtung auch vor dem Showprogramm, das in der dicksten Mittagshitze geprobt wurde, wenn die Gäste sich mit vollen Bäuchen in den Schatten gelegt haben.
Die Insel – Ausflüge, Reiseführer, persönliche Erfahrungen

Wir hatten uns vor unserer Reise den Rhodos Reiseführer des Michael Müller Verlages gekauft. Hans-Peter Siebenhaar ist der Autor. Das Büchlein ist übersichtlich geteilt in Allgemeines, Rhodos-Stadt, Die Ostküste, Der Süden, Die Westküste, rund um Profitis Ilias und Attaviros und Ausflüge ab Rhodos.
Aufgrund der Beschreibungen haben wir Ausflüge in den Süden der Insel gemacht, sowie zu den sieben Quellen (Epta Pigaé) und dem Tal der Schmetterlinge.
Hierzu ist zu sagen, dass sich alles lohnt, wobei man wissen sollte, dass im Tal der Schmetterlinge die Saison erst Ende Juni startet. Jetzt gab es dort nur vereinzelte Falter zu sehen, aber das wussten wir und der Weg, den man gehen kann ist trotzdem sehr nett. Was ich nicht mehr machen würde, ist ein dreijähriges Kind dorthin mitschleppen, denn zum Tragen ist es zu schwer, ein Kinderwagen kann aufgrund der Pfade nicht genutzt werden und selbst was uns Erwachsenen und größeren Kindern bei entsprechend schlenderndem Tempo nicht lang vorkommt, ist für so kleine Kinder doch einfach zu anstrengend. Gleiches gilt für den Spaziergang über den Isthmus zur Halbinsel Prasonisi. Für Rhodos-Stadt empfehle ich, einen Buggy auszuleihen (im Mikri Poli gab es Leih-Buggies für 3 Euro am Tag, das sollten einem seine Nerven wert sein ;-)) Ich bin jetzt auch schlauer.
Rhodos-Stadt hat neben der hübschen Altstadt noch einiges mehr zu bieten. Wir waren zum Beispiel im Meerwasseraquarium am Nordzipfel, was auch den Kindern gut gefallen hat. Am besten und kindgerechtesten war der Ausflug zu den sieben Quellen, die 4 km oberhalb von Kolymbia in einem schattigen Wäldchen entspringen. Dort gibt es nicht nur die Bächlein, die durch einen Tunnel in einen kleinen Stausee fließen, sondern auch einen kleinen Spielplatz, einige Pfauen und eine große Taverne für hungrige Mäuler. Durch den Tunnel, in dem es stockdunkel ist, kann man durchwaten, was urig ist und den Kindern spaß macht. Eine Taschenlampe wäre von Vorteil, aber verirren kann man sich nicht.
Wenn wir nicht gerade über die Insel gedüst sind oder am Tsambika-Strand waren, haben wir die Kinder von 10:15 Uhr bis 12 Uhr und/oder von 15:15 Uhr bis 20:00 Uhr (wenn sie beim Dinner for Kids mitgemacht haben) in den Solino-Club geschickt, wo sie von zwei Animateuren/innen nett betreut wurden und meist Spaß hatten. Wenn nicht, wurden sie wieder zu uns gebracht, was aber selten vorkam.
Das Wetter: Der Regen des ersten Tages hat sich nicht wiederholt. Es wurde ständig wärmer, kurz vor unserem Abflug erreichten die Temperaturen bis zu 35 Grad im Schatten. Das Hotel wurde immer voller, aber eigentlich hatte das Personal so weit alles gut im Griff. Das Buffet wurde erweitert und nur die Schlange vor der Poolbar abends hätte noch durch Öffnung der bereits vorhandenen weiteren Bar entzerrt werden können.

Fazit:
Ein empfehlenswerter Urlaub für Familien mit Kindern.
Weitere Bilder gibt es unter http://www.spatzenhof.com/rhodos.htm Es ist möglich, dass das Dokument einige Zeit zum Laden braucht, bitte nicht verzagen, es sind über 100 Bilder.
Fragen oder Hinweise bezüglich meinem Bericht bitte per email an sue(at)spatzenhof.com
Eure Sue Bilder und Text copyright Sue Hiegemann
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