HAIE – RÄUBER DER MEERE
Obwohl nur wenige Menschen einem Hai in seinem natürlichen Lebensraum jemals begegnen werden, glauben dennoch viele, diese Tiere recht genau zu kennen und daher fürchten zu müssen. Denn allzu oft werden Haie über Fernseher und Kinoleinwand als gefräßige Monster dargestellt, die sich ganz einfach auf ihre messerscharfen Zähne und die legendäre dreieckige Rückenflosse reduzieren lassen. Doch das geniale Naturpatent Hai hat seit der Zeit der Dinosaurier mehr zu bieten und gibt eher Anlass zum Staunen als zum Fürchten. Außerdem muss sich viel eher der Hai vor dem Mensch fürchten, der ihm mit unglaublicher Brutalität und Rücksichtslosigkeit bejagt.
Hai ist nicht gleich Hai Wo immer eine dreieckige Flosse die Wasseroberfläche durchpflügt, ertönt in einer Mischung aus Schrecken und Begeisterung dasselbe Wort: Hai! Schon lange bevor die Menschen, ja sogar lange bevor die Dinosaurier die Erde eroberten, waren die Haifische schon in ihrem Element. Dabei belegen Zahnfunde, dass die Haie der Urmeere gigantische Größen erreicht haben müssen.
So war der Megalodon ein Räuber, der mit rund zwölf Metern Länge gut doppelt so groß war, wie der Weiße Hai von heute. Neben solch Furcht erregenden Vertretern haben sich Arten halten können, die klein und gut getarnt waren, wie etwa der in der Nordsee lebende Katzenhai. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Vielfalt der Haie in früherer Zeit viel größer war, als die der Knochenfische, zu denen beispielsweise unsere Speisefische gehören. Es herrschte also untern den Haien der Urzeit ein Kampf zwischen fressen und gefressen werden.
Biologisch ausgedrückt heißt das: es wurden Nischen besetzt. Und so entstanden Haiarten, die heute in großen Tiefen leben, wie ein Exemplar beweist, das man in 7000 Metern nachgewiesen hat, oder Arten, die keine Fische mehr, sondern Plankton fressen, wie der Riesenhai oder der Walhai. Die heute lebenden rund 370 Arten sind also das Ergebnis eines Konkurrenzkampfes zu Urmeereszeiten.
Faktor Mensch Das Resultat dieser langen Evolution sind Organismen, die an ihre Umwelt angepasst sind, wie kaum eine andere Tiergruppe. Doch dem Erfindungsreichtum des Menschen - wenn es darum geht, fremdes und vermeintlich stärkeres zu vernichten - haben auch die Haie nichts entgegen zu setzen. Haie werden aber nicht nur aus sportlichem Ehrgeiz oder aus Furcht getötet, sondern auch wegen Ihres Fleisches. Daraus bereiten Menschen zum Beispiel die Schillerlocken. Auch die Haut und der Lebertran der Haie werden noch immer vor allem in Ländern der Dritten Welt verwertet.
Die größte direkte Bedrohung für den Hai ist das so genannte "Finning". Dabei werden den Tieren bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten. Die Flossen können leichter getrocknet werden und sind somit länger haltbar, als das übrige Fleisch. Sie werden verwendet, um daraus beispielsweise Suppe zu kochen, die in China und Japan reißenden Absatz findet.
Die allergrößte Bedrohung für Haie ist indirekter Natur: Haie verfangen sich oft in Haibarrieren oder in den riesigen Netzen der Fischereiindustrie und sterben dort einen qualvollen Tod. Die immer öfter eingesetzten Treibnetze sind so feinmaschig, dass sie von den Haien nicht geortet werden können und für sie, wie für Delphine, Seevögel und Schildkröten eine tödliche Falle darstellen.
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Dabei sind die Räuber der Meere nicht nur Wunderwerke was ihre Geschicklichkeit, Energieverwaltung, ihre Sinne und die Ästhetik ihrer Bewegungen angeht, sondern sie sind auch wichtige Regulatoren im Gleichgewicht der Arten des Meeres
| Die meisten Unfälle mit Haien beruhen allerdings auf einer Verwechslung mit natürlichen Futtertieren wie Robben und Seehunden. Das Risiko von einem Hai verletzt zu werden ist verschwindend gering. So zählt die Statistik jährlich 150 tödliche Unfälle durch herunter fallende Kokosnüsse – 20 Mal mehr als durch Haie! Dennoch stehen auch die kleineren aber ebenso interessanten Haiarten, die genauso harmlos sind wie der gigantische Walhai, im Schatten des großen Weißen, der nicht zuletzt durch falsche Horrorbilder aus Hollywood verursacht, nunmehr vom Aussterben bedroht ist. Die meisten Menschen assoziieren mit dem Begriff "Hai" das Bild eines im offenen Meer schwimmenden Weißen Haies. Doch Haie haben in ihrer 225 Millionen Jahren währenden Geschichte die unterschiedlichsten Gestalten und Lebensformen entwickelt. Fast 400 Hai-Arten sind heute bekannt und sie reichen vom 20 Zentimeter Winzling über den muskulösen Schwimmer bis zum wahren Riesen.
Harmlose Riesen Der größte Hai entspricht kaum dem Bild vom gefräßigen Taucherschreck, sondern sieht eher aus wie eine riesengroße Gurke, die gemächlich im Meer dümpelt. Mit rund zwölf Metern Länge und gut 20 Tonnen Gewicht ist der Walhai auch der größte Fisch der Erde. Vor allem in tropischen Gewässern ist der Riese mit etwas Glück nahe der Wasseroberfläche anzutreffen, wo er als Planktonfresser mit seinem riesigen Maul gemächlich dahin gleitet und so Kleintiere aus dem Wasser filtert. Die Plätze zwei und drei im Größenvergleich der Haie gehen an den Riesenhai und den Riesenmaulhai, die ebenso sanft wie groß sind.
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 | Der Kleine aus der Tiefe Wie klein nun der kleinste Hai ist, lässt sich nicht genau sagen, denn Experten gehen davon aus, dass in der Tiefsee Arten leben könnten, die bisher den Fangnetzen und Kameras der U-Boote verborgen blieben. Der kleinste bisher entdeckte Hai wurde Zwerghai getauft und hatte eine Körperlänge von rund 20 Zentimetern. Wie groß Haie werden, und wie schnell sie wachsen ist bisher nicht detailliert geklärt. Wissenschaftler, die Haie vermessen haben, staunten allerdings beim Wiederfang nach einem Jahr nicht schlecht, denn so zeigten etwa Grönlandhaie, dass sie in zwölf Monaten nur rund fünf Millimeter an Länge zugelegt hatten. Demnach vermuten die Forscher, dass die kleinen Tiefsee-Haie geschlechtsreife Tiere mit einem durchaus hohen Alter sind.
Weitere Hai-Bilder Teil 1
Weitere Hai-Bilder Teil 2
Weitere Hai Bilder Teil 3
Gitte Rudis
Quelle: Planet Wissen Wikipedia Sharkproject hai.ch
unser LINKTIP für alle Hai-Freunde: www.hai.ch
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