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2008 stern testete 50 deutsche Tiergärten: Zoologischer Garten Berlin liegt vorn
Auf Platz 2 der Tierpark Berlin / Schlusslichter sind die Zoos in Saarbrücken und Neunkrichen / Naturschutz-Tierpark Görlitz: Sieger bei den "kleinen Zoos"
Mit über 30 Millionen Besuchern im Jahr sind Zoos die beliebtesten Freizeitziele der Deutschen. Grund genug für das Hamburger Magazin stern, die 50 wichtigsten Tiergärten genauer unter die Lupe zu nehmen.
Eindeutiger Sieger des Tests, den der stern in seiner neuen Ausgabe Nr. 27 (am Kiosk ab Donnerstag, 26. Juni) präsentiert, ist der Zoologische Garten Berlin, vor allem wegen seiner hervorragenden Verbindung aus zeitgemäßer Tierhaltung und Denkmalschutz. Er erhielt das Prädikat "sehr sehenswert", knapp vor dem Tierpark Berlin ("sehenswert"). Zu den Gewinnern zählt aber auch der Zoologische Garten Wuppertal. Der war beim ersten stern-Zootest im Jahr 2000 noch auf Platz 13 gelandet, schaffte es jetzt aber auf Platz 3. Hamburg, München und Nürnberg zählen weiterhin zu den Top Ten. Verlierer bei den großen Anlagen sind die gerade mal "passablen" Zoos im Saarland, der Zoologische Garten Saarbrücken und der Zoo Neunkirchen.
Bei den kleinen Zoos gewannen der Naturschutz-Tierpark Görlitz und der Zoologische Garten Eberswalde (beide "lohnend"). Schlusslicht wurde der Zoo in der Wingst in Niedersachsen, den die Tester als "ärgerlich" bewerteten.
Von Ende März bis Mitte Juni war ein stern-Team in ganz Deutschland unterwegs, von Neumünster bis München, von Aachen bis Görlitz. Die Tester neben stern-Redakteur Rupp Doinet waren zwei ausgewiesene Zoo-Experten: der Berliner Biologe und Zoohistoriker Dr. Harro Strehlow sowie der Hamburger Fachjournalist Herman Reichenbach (u.a. "International Zoo News"). Die wissenschaftliche Aufsicht lag bei Prof. Dr. Helmut Pechlaner, dem ehemaligen langjährigen Direktor des Tiergartens Schönbrunn in Wien.
Einzeln überprüft wurden alle Mitgliedszoos des "Verbandes Deutscher Zoodirektoren", des Dachverbands der wissenschaftlich geführten Tiergärten, sowie die drei übrigen Zoos, die Elefanten halten. Gehege für Gehege wurde ein umfassender Fragenkatalog abgearbeitet. So wurde vor allem geprüft, ob ein Tier im Zoo so leben kann, wie es seiner Art entspricht. Kann es sich z.B. im Schlamm wälzen? Ein Sandbad nehmen? Oder sogar fliegen? Hat es genug Platz, damit es sich artgemäß bewegen kann? Diese und andere Kriterien sowie Noten für den Gesamteindruck und den Besucherservice flossen in die jeweilige Endnote ein.
Originaltext und Tabelle: Gruner+Jahr, stern/ stern.de
GROSSE Zoos

kleine Zoos

In Vorbereitung: Giraffen
Finger weg von Tropenfischen!
Im "Internationalen Jahr des Riffes 2008" rufen Umweltschützer und Sporttaucher zum Verzicht auf tropische Fischspezialitäten auf. Die Organisation Reef Check e.V., der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und das Greenpeace Magazin appellieren an Handel und Gastronomie, Fischarten aus dem Sortiment zu nehmen, die in Korallenriffen leben. Verbraucher und Restaurantbesucher sollten von entsprechenden Angeboten die Finger lassen.
Exotische Fische wie Red Snapper, Papageifische und Zackenbarsche (zu denen auch der Juwelenbarsch oder Erdbeerfisch zählt) sind in Deutschland zunehmend gefragt. Sie werden in Supermärkten, Fischläden und zahlreichen Restaurants angeboten. Spezialisierte Händler lassen die Ware meist als Frischfisch einfliegen. Der Kauf wird über Zwischenhändler vor allem in Südasien und am Persischen Golf abgewickelt. Eine Kontrolle der Fangmethoden ist in der Regel unmöglich.
Viele tropische Fischbestände sind durch eine übermäßige Nutzung bedroht. So berichtet die Organisation Reef Check von einem fortschreitenden Rückgang großer Zackenbarsche in Atlantik und Indopazifik. Zudem gefährden destruktive Fangmethoden die Korallenriffe. Vor allem in Südostasien töten Fischer ihre Beute mit Dynamit oder betäuben sie für den Lebendfischhandel mit Zyanid, wodurch ganze Riffe verwüstet werden.
Wissenschaftler warnen, dass die Überfischung das ökologische Gleichgewicht der Korallenriffe gefährdet. Viele der begehrten Arten stehen am oberen Ende der Nahrungskette und können nicht durch andere ersetzt werden. Die farbenfrohen Papageifische wiederum erfüllen eine wichtige Funktion, indem sie Algen von den Korallen abweiden. Werden ihre Bestände dezimiert, drohen die durch Meereserwärmung und Überdüngung ohnehin geschwächten Riffe zuzuwuchern.
Nachdem in Europas Meeren 80 Prozent der Bestände am Rande des Zusammenbruchs stehen, darf das Überfischungsproblem nicht auch noch durch immer mehr Importe exotischer Fische in andere Teile der Welt verlagert werden.
PS: Mehr Informationen zur Überfischung der Weltmeere finden Sie in einem Themenschwerpunkt in der neuen Ausgabe des "Greenpeace Magazins" GPM 4.08.
Originaltext: Greenpeace Magazin |