LICHTDESIGN PLASTIK GRAFIK MALEREI ARCHITEKTURDESIGN KUNST AM BAU

Erhard Arendt - Vita
1941 geboren in Hemer – NRW 1964-1969 Studium der Plastik und Bildhauerei Fachhochschule Dortmund. Prof. Vohlwasen, Prof. Uhlmann, Pr. Deppe. 1976 - 1979 Studium der Gesellschafts- und Erziehungswissenschaft an der Ruhruniversität Bochum. Ab 1969 Wohnhaft in Iserlohn. 1969 -1973 Freischaffender Plastiker und Grafiker in Iserlohn. Seit 1966 pädagogische Tätigkeit: Gestalterische Kurse an der VHS Iserlohn und Dortmund. Seminare an der Fachhochschule Hagen, Lehrerfortbildungen. Arbeit mit Strafgefangenen und im sozialen Brennpunkt. Ab 1973 hauptberuflich Kunsterzieher am Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn im Bereich Sozialpädagogik. Ab 2001 im Unruhestand - Wohnhaft in Dortmund - Künstler – Networker Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen. Arbeiten im Öffentlichen- und im Privatbesitz.
 Corallium Crescens/wachsende Koralle/Coral Crowing - 80cm - 1993 |
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 ich sehe_dein Bild vor mir - 10x14cm-1978 grafik-paar |
Erhard Arendt ist seit den 60er-Jahren als Künstler aktiv. Seine Plastiken, Grafiken und Bilder wurden in vielen Ausstellungen und Zeitungsartikeln gezeigt, befinden sich im privaten und öffentlichen Besitz und sind als Kunst am Bau ins öffentliche Leben in Nordrhein-Westfalen eingegangen.Arendts Exponate sind eingebettet in eine ganzheitliche stilistische Philosophie und Geisteshaltung, die in jedem der limitiert erhältlichen Einzelstücke lebendig ist. Die Lichtobjekte des Künstlers Erhard Arendt sind Unikate. Sie sind aus Ton gefertigt, von unterschiedlicher Größe und beleuchten Innenräume und Außenräume. Dabei verbreiten sie die charakteristische exotisch-sinnliche, meditativ-kosmische Atmosphäre, die in doppelter Weise von den wiederkehrenden Strukturen und Formen ausgeht: bei der Betrachtung der Objekte und bei der Betrachtung von Schatten und Licht-Effekten an Decke und Wänden. Archaisch und dabei modern, Kulturen übergreifend und zeitlos. Zur vollen Entfaltung kommen die sandfarbenen, leuchtenden Kunstwerke in öffentlichen und privaten Lebensräumen, in Hotels, Büros, Restaurants und Schaufenstern, da sie eine festliche und beruhigende Wirkung erzeugen, die den Menschen in Erinnerung bleibt und zum Wiedersehen anregt. Besuchen Sie die Galerie im Internet und entdecken Sie dort faszinierende Lichtwelten, die manchmal an maritime Korallen- und Schwammformen erinnern und manchmal an botanische oder mineralische Strukturen.
 Plastik - dreieinigkeit hoehe 32 cm |
Nicht nur die Lichtobjekte verwandeln ihren Standplatz in einen inspirierten Ort, Erhard Arendts vielfältige Kunst bietet auch im Stil passende Wand-Reliefs an, Grafiken und Plastiken, sowie Acryl-Bilder in leuchtenden Farben. Seine Wandmuster wurden unter anderem als Theater-Kulissen verwendet. Ebenfalls aus seiner Herstellung sind einige Objekte ausStahl und Kunststoff. Auftrags-Arbeiten nimmt der Künstler in begrenztem Maße an. Eine vollständige Liste der Lichtobjekte (inkl. Preise) steht im Internet.
 verbindung 10x14 cm 1980 grafik_paar |
Wege enstehen beim gehen, eine fast wahre Geschichte...
Ein Traum der Realität geworden, Gene, Gedanken, Aktionen, bewusstes Gestalten, Wille oder ein Zufall ich weiß es nicht so genau, ..... ich wurde im Juni 1941 geboren.
Ein Kind sah wie es Kinder sehen: Sonne, Haus, Baum und später Sterne. Erst später erfuhr ich, was war Kulisse, was war echt.
Da ich als Kriegskind, Nachkriegskind keine schöne Kindheit hatte, verdränge ich sie wohl und so habe ich gar nicht soviel Erinnerungen.
Was in meiner Erinnerung blieb ist meist nicht so positiv. 1941, das heißt auch für mich war es Krieg.
 Offen und Verletzt 2 Exposed and Aggrieved 2- 67cm-1998 |
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Ich konnte noch miterleben dass auf meiner Straße, vor meinem Haus zerlumpte, hungernde, elendig aussehende Kriegs-gefangene die Straße entlang getrieben wurden. Ich wahr etwa drei Jahre alt und habe es als ungewöhnlich, auch als mein Leben mit prägend in Erinnerung behalten. Keiner kann mir erzählen das die Hemeraner die sahen dass diese Menschen vor ihrem Haus vorbeigetrieben wurden nicht wussten was dort geschah. Sie wussten wahr-scheinlich nichts von den Massengräbern, man musste diesen Menschen aber angesehen haben, dass sie fast verhungerten. Mir sind sie so in der Erinnerung gebleiben.... Später erfuhr ich, dass man Großvater einer der Menschen war, der diese Kriegsgefangenen vor dem Tode des Erschießens rettete. In Hemer waren tausende von Kriegs-gefangene im Stalag kaserniert, tausende ließen auch dort ihr Leben in den Massen-gräber auf dem Duloh. Die Gefangenen wurden als billige Arbeits-kräfte, die wenn sie es überlebten kurz vor dem verhungern waren missbraucht. Zum Kriegs-ende wollte der Kommandant dieses Lager alle befehlsgemäß töten und in neuen Massen-gräbern verscharren. |
Mit einigen anderen startete mein Großvater eine Aktion die dies verhindern sollte. Vielleicht auch einer der Gründe warum er nach dem Krieg Bürgermeister wurde und einer der wenigen Ehrenbürgermeister der Stadt Hemer blieb. Noch heute findet man (aus anderen Gründen) an einem Altersheim in Hemer seinen Namen.
<Fast schon makaber war, das einer von den vielen russischen Kriegsgefangenen, die befreit, sich nach dem Krieg (verständlich) plündernd durch den Ort plündernd bewegten mich und meine Eltern töten wollte. Er wollte von uns Essen (vielleicht auch Kleidung haben). Im Kriege waren wir aber auch fast am verhungern und hatten kaum essen. So war er unzufrieden mit dem was er bekommen hatte, vermutetet, eine Verständigung war nicht möglich, man wolle ihm nichts geben. So bedrohte er uns lautstark, zu verstehen war er würde wiederkommen...Er kam in der Nacht mit Handgranaten und wollte das Haus sprengen. Zu unserem Glück konnten meine Eltern einen Hilfspolizisten finden der uns bewachte. Er nahm ihm die Waffen ab und mit, uns geschah nichts. Ich höre auch noch auch immer das brummen der Flugzeuge vor denen wir uns unter Betten versteckten. Sie brachten den Tod, mir zum Glück nur ein aufgeschnittenes Knie. Beim klettern und fallen über die Ziegel eines zerbombten Stalles nebenan schnitt mir eine Glasscherbe das Knie auf, es sah aus als sei ich am verbluten. Ich behielt so als dreijähriger eine Kriegswunde, eine bleibende große Narbe am Knie.
Mein Vater, der vor dem Krieg sich eine kleine Gießerei aufgebaut hatte war „zum Glück?“ nicht so regimetreu wie andere, bekam keine Aufträge, musste die Firma schließen. Er wurde Soldat, später Frührentner, wir waren arm und damit wuchs ich auf, soweit ein Nachkriegskind überhaupt „gut“ versorgt wurde. Wer war ich da, ein träumendes Kind von der Mutter abgeschirmt „bleib lieber hier“ heute würde man sagen wir lebten in einem sozialen Brennpunkt. Vor den Kindern ringsherum erfuhr ich später was Strafanstalten waren, fast alle hatten Erfahrungen damit.
Unwissend spielte ich mit meinem Unterbewusstsein bewegte mich aus dem Unbewusstsein heraus. Las Wildwestromane, fand sie irgendwann langweilig, las „Der Graf von Monte Christo“ und anderes. Fand in der Stadtbücherei Bücher über Kant, Nietzsche. Las mich quer durch die Philosophie, war an Soziologie interessiert, Politik, Religionen, sehr auch an Psychologie und Kunst, saugte alles auf wie ein Schwamm.
Schulbildung, wir waren arm, daran dachte keiner. Rechts war ein Stromwerk, aber ich war nicht schwindelfrei, links war eine Maschinenfabrik, also lernte ich Metall zu drehen und versteckte mich in der Tür des Spindes und schrieb Gedichte, den Metallteilen bekam das nicht immer gut. Daran erinnere ich mich noch, es gab Nächte wo ich nicht zum schlafen kam, weil mir alle zehn Minuten wieder ein Text einfiel. So wie man, zur Toilette gehen muss, so musste ich schreiben, etwas in mir wollte raus nach oben. Lesen, suchen finden weiter gehen. Irgendwie ließ ich mich unbewusst nach oben treiben, trieb, es trieb, führte mich. Eigentlich ohne Hilfe, Schulung... Da war die Bibliothekarin der ich aufgefallen war,......kurze Zeit war ich bei ihr in einem Kreis von Studenten die "wissenschaftlich" meine Gedichte analysierten und meinten es sei Kunst. Ohne das mir ein Ziel bewusst war bildete formte ich mich selber.
Dann, ich war 16 starb mein Vater, ich war wenigstens in dieser Phase (eigentlich auch später) „Familienoberhaupt“ erledigte die Beerdigungsformalitäten, alleine. Mein Großvater, ein in seiner Stadt politisch sehr engagierter Mann , einer der wenigen Ehrenbürger der Stadt aber kein Familienmensch, kam nur einmal eine Viertelstunde zu uns und fragte mich „kommt ihr zurecht“ Ich verkniff mir meine Trauer und meine Tränen und sagte nur Stolz „wir kommen schon zurecht“
Dann beginnt das erwachen. Ich zeichnete Blätter, Landschaften, Gesichter, skurrile tierähnliche Figuren. Stuhlbeine wurden in Figuren verwandelt, gestalten, malen, zeichnen, schreiben, modellieren, sich selber nah zu sein, mich zu sehen, zu fühlen, zu erfahren, sich mitzuteilen glücklich sein über das Erreichte. Es war die Zeit der „Unschuld“ wo ich etwas formte und einfach glücklich darüber war, kritiklos.
 Erhard Arendt - Lunge und Ruecken - 48x52cm - 1978-99 Scheibe |
Ich beendete meine Lehre als Dreher und war ungezielt unzufrieden mit meinem Leben. So begann ich auf der Abendschule eine Technikerausbildung. Es war mir zuwenig, also wurde in der Abendschule „die mittlere Reife nachgeholt“, ich wollte Ingenieur werden. Während ich dann alle nötigen Praktika absolvierte, besuchte ich Malkurse und Kurse in denen mit Ton gearbeitet wurde. Ich hatte das Glück, das dort eine ausgebildete Bildhauerin und ein Maler die Kurse leitete. Damals wusste ich nicht so recht warum, beide bestätigten mich darin Kunst zu studieren. Es viel mir schwer mich zu entscheiden, Kunst, das war weit weg von dem was ich bisher beruflich machte. Es dauerte Wochen und dann hatte ich mich entschlossen und es nie bereut. Trotz eines sehr intensiven Studiums öffnete sich die Tür zum Paradies für mich.. Mein eigentliches Leben begann wirklich auf dem Fundament einer nicht sehr glücksvollen Jugend. Mein Kunststudium beendete ich 1969. Da ich ja „Künstler werden wollte“ war mir der Abschluss egal, ich machte ihn aber. Mein Professor war es dann der für mich herumging und Noten sammelte. Ich schloss mit einer eins ab, was mich nicht sehr berührte. Erst später, als meine pädagogische Ader immer stärker wurde war ich dankbar, weil ich damit ohne Problem alles was ich wollte an der Uni studieren konnte. Das war dann Gesellschaftswissenschaft und Erziehungswissenschaft. Erstaunlich fand ich autodidaktisches Wesen, da volle Angst zu versagen sein Studium begann, das ich eigentlich mit der linken Hand, neben Familie (schwerstbehindertes Kind) und Berufstätigkeit als Lehrer studieren konnte. Ich hatte gelernt zu gestalten, ......kreativ zu sein,........ dies ins Leben umzusetzen Was die Erwachsenen scheinbar so einfach als richtig hinnahmen fühlte ein 3 jähriges Kind als falsch unnormal. Kinder haben Empfindungsmöglichkeiten die wir verloren haben. Ich habe noch das Bild in mir, es wurde eine große Gruppe von Menschen, wie ich später erfuhr Kriegsgefangenen, wie Tiere durch die Stadt getrieben. Wenn die Aufseher es nicht merkten bettelten sie an den Fenstern, das weiß ich auch noch. Wie ich später erfuhr, sind Tausende verhungert.
Ich habe auch nie den Leuten nach dem Mund reden können. So war es wohl auch bei meinem Vater. Das mögen die meisten nicht, man wird abgestraft. Da muss ich an einen Architekten erkennen, der in Iserlohn großen Einfluss hatte. Anlässlich einer Ausstellungseröffnung sah ich ihn mit dem Bürgermeister vor einer meiner Arbeiten stehen, er erklärte sie dem Bürgermeister. Ich ging hinzu und man frage mich, wie ich den die Plastik interpretiere. Es war ein geometrischer Würfel, der aufgebrochen war, aus ihm heraus wuchsen Keime, Pflanzenteile. Ich sagte den beiden, dass ich beim entwerfen der Plastik sehr an Architektur gedacht hätte. Wünschen würde ich mir, dass ähnlich wie aus der aufgebrochene Form die geometrischen Formen wachsen auch aus den meisten Gebäuden organische Formen wachsen würden um die kalten traurigen fantasielosen Bauwerke interessanter zu machen. Seit der Zeit habe ich es besonders dem Architekten zu verdanken, dass ich keinen Bauauftrag mehr bekommen habe.
Erhardt Arendt - Malerei
Künstlerisch habe ich mich vielseitig erfolgreich in der Öffentlichkeit präsentiert. Da ich mich in einer nicht sehr kulturell ausgerichteten Gesellschaft nicht auf den Elfenbeinturm zurückziehen wollte habe ich mich zu einem jahrzehntelang als Entwicklungshelfer in meiner heimatlichen Region gesehen. Es gab viele Einzelausstellungen und Teilnahmen an Gruppenausstellungen im Inn - und Ausland, in den frühen Jahren auch literarische Lesungen, Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, eine Anthologie, und Lyrikhefte im Selbstverlag. Es mögen sicher tausend Arbeiten von mir auf der ganzen Welt Wohnungen schmücken. Einige dicke Mappen mit Presseartikeln zeigt, ich wurde wahrgenommen. Die Stadt Iserlohn hat einige Bauplastiken von mir, hat auch eine Reihe künstlerische Arbeiten in ihrem Besitz. Eine intensive politische Betätigung wechselte sich ab mit dem organisieren der Künstler in meiner Region, der sehr kritischen Einmischung in kulturpolitischem Geschehen. Ein zweiter Teil meines Lebens war das ich umfangreich pädagogisch gearbeitet habe. Jahrzehntelang war ich in der Ausbildung von Erzieherinnen tätig, daneben und davor gab es Arbeiten mit Strafgefangenen, mit Kindern aus sozialen Brennpunkten, mit Lehrern und Studenten.
Ich war in meiner Stadt jahrzehntelang die UNRUHE und habe mich in politischen, kulturellen Bereichen und in Selbsthilfegruppen erfolgreich engagiert. Erfolglos, es hat mir oft persönlich eher geschadet, da ich mich ohne Eigennutz für andere, anderes engagiert habe, Anstoß gab, provokativ war. Erfolgreich im Sinne das ich etwas bewegt habe, das ich lebenslang bei mir selber sein konnte. Da wo man mich sieht, das bin ich auch.
Ich bedanke mich für die unkomplizierte Zusammenarbeit und wünsche weiterhin genug Kraft für alle anstehenden Projekte.
Holger Schumacher |