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Home : onguruklaertauf : nobel : nobelpreis.html

Wissenschaft
Nobelpreis für Physik an Peter Grünberg

Prof. Dr. Peter Grünberg
 Prof. Dr. Peter Grünberg

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem deutschen Physiker Peter Grünberg zum Nobelpreis beglückwünscht. Er und sein französischer Kollege Albert Fert hatten 1988 unabhängig voneinander einen bis dahin unbekannten magnetischen Effekt entdeckt, den Riesen-Magnetwiderstand. Der wird heute in fast allen Computer-Festplatten genutzt.

Man könne an diesem Preis auch sehen, wie Grundlagenforschung auch zu täglicher Anwendung führe. "Es zeigt sich, dass eine gute Förderung der Grundlagenforschung das Fundament, die Basis dafür ist, dass wir herausragende internationale Wissenschaftler bei uns haben können", so Merkel.
Zuvor hatte das Nobelpreiskomitee in Stockholm bekannte gegeben: Der diesjährige Nobelpreis für Physik wird dem Festkörperphysiker Peter Grünberg vom Helmholtz-Forschungszentrum in Jülich und seinem französischen Kollegen Albert Fert verliehen. 

Beispiel für den Nutzen der Grundlagenforschung

Bundesforschungsministerin Annette Schavan gratulierte dem Preisträger ebenfalls. "Peter Grünberg hat mit seiner Entdeckung nicht nur physikalische Erkenntnisse gewonnen, sondern auch Innovationen angestoßen, die im Alltag genutzt werden und hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland und weltweit geschaffen haben", sagte Schavan. Aus den Ergebnissen dieser Grundlagenforschung ist inzwischen ein Milliardenmarkt entstanden.
Grünberg legte mit seiner Arbeit auch die Grundlagen für das neue Forschungsfeld Spintronik, das den quantenmechanischen Spin der Elektronen für Anwendungen in Mikro- und Nanoelektronik untersucht. "Er hat schnell erkannt, welchen großen Nutzen seine Entdeckung für die Wirtschaft hat und dafür gesorgt, dass sie schnell in eine heute marktbeherrschende Innovation umgesetzt wird", so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek.

Datenspeicherung auf engstem Raum

Ohne den von den beiden Wissenschaftlern entdeckten Effekt wären Computer-Festplatten mit den heute üblichen Speicherkapazitäten und Zugriffszeiten nicht möglich. Es handelt sich dabei um einen Quanten-Effekt, der auftritt, wenn zwischen zwei Schichten magnetischer Materialien eine nichtmagnetische Schicht mit einer Dicke von wenigen millionstel Millimetern liegt. Durch den Riesen-Magnetwiderstand lassen sich Informationen auf extrem kleinem Raum magnetisch sicher speichern.
"Die Entwicklung ist eine der ersten vielversprechenden Anwendungen der Nanotechnologie", erklärte das Nobelpreiskomitee in seiner Begründung. Anwendungen dieser Technologie haben die Techniken, Daten von Festplatten zu lesen, revolutioniert.

Zahlreiche Preise für den Wissenschaftler

Peter Grünberg wurde 1939 in Pilsen geboren. Nach Studium und Promotion in Darmstadt und einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Kanada arbeitete er seit 1972 als Wissenschaftler beim Forschungszentrum Jülich, wo er auch nach seiner Emeritierung weiter forschte.

Für seine Arbeit hat er bereits zahlreiche international renommierte Preise erhalten: 1998 wurde er mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet und 2006 zum "Europäischen Erfinder des Jahres" gekürt.  2007 erhielt er die Stern-Gerlach-Medaille, den israelischen Wolf-Preis und den Japan-Preis in der Kategorie "Innovationen durch Grundlagenforschung", der mit 300.000 Euro dotiert ist.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
Holger Schumacher   Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Bild:FZ Jülich
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Nobelpreis für Chemie an den Deutschen Gerhard Ertl

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den deutschen Forscher Gerhard Ertl aus Berlin. Damit erhält nach fast zwei Jahrzehnten wieder ein Deutscher den Chemie-Nobelpreis.

Ertl erhält die Auszeichung für seine bahnbrechende Grundlagenforschung  im Bereich der Oberflächenchemie. Seine  Arbeiten ermöglichten es unter anderem, die Zerstörung der Ozonschicht besser zu verstehen, teilte das Nobelkomitee am Mittwoch in Stockholm mit. Seine Studien hätten auch zum Verständnis dazu beigetragen, wie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen sowie Brennstoffzellen funktionieren und warum Eisen Rost ansetzt.

Ozonschicht und Katalysatoren

gerhard ertel"Oberflächenchemie kann sogar die Zerstörung der Ozonschicht erklären, da wesentliche Schritte der Reaktion auf den Oberflächen kleiner Eiskristalle in der Stratosphäre stattfinden",  erklärte das Nobelpreiskomitee in seiner Begründung. Ertl sei es gelungen, den Ablauf mehrerer wichtiger chemischer Reaktionen auf Oberflächen im Detail zu beschreiben. Damit habe er die Grundlagen für die moderne Oberflächenchemie geschaffen. Oberflächenchemie sei für die chemische Industrie relevant und helfe beim Verständnis so unterschiedlicher Vorgänge wie dem Rosten von Eisen, dem Funktionieren von Brennstoffzellen und der Wirkung eines Katalysators im Auto. Oberflächenchemische Katalysatoren seien in vielen industriellen Verfahren ausschlaggebend, unter anderem bei der Herstellung von Kunstdünger.

Der Wissenschaftler, war von der Entscheidung tief gerührt. "Mir kamen die Tränen, das sage ich ihnen ehrlich". Ertl erhielt die Nachricht direkt an seinem 71. Geburtstag. "Das ist natürlich das schönste Geburtstagsgeschenk, das ein Wissenschaftler sich überhaupt vorstellen kann - und dazu noch eine Überraschung, mit der ich heute nicht gerechnet hätte." Er sei immer noch sprachlos. Zwar sei ihm bewusst gewesen, dass er zu den Kandidaten gehört habe, erklärte der Wissenschaftler. Trotzdem habe es ihm die Sprache verschlagen, als er erfahren habe, dass er den Preis gewonnen habe. Dies sei die Krönung eines Wissenschaftlerlebens. "Nun plötzlich ist dieser Traum wahr geworden." Immerhin habe er vom Preiskomitee 20 Minuten Zeit bekommen, sich zu sammeln und sich auf den Presseansturm einzustellen. Jetzt klingele das Telefon ohne Unterlass. Seine Mitarbeiter haben sich auf dem Gang vor seinem Büro versammelt, um mit ihm mit Sekt auf den Nobelpreis anzustoßen.

Lob für Standort Deutschland

Ertl, der einen Großteil seiner Forschertätigkeit in Hannover, München und Berlin ausübte, hob kurz nach der Entscheidung besonders die Qualität des Forschungsstandorts Deutschlands hervor. "Ich habe hier nie Probleme gehabt. Ich kann auch nicht verstehen, was alles so gejammert wird über mangelndes Geld." Deutschen Forschern gehe es vielfach besser als in den USA. Ertl ist emeritierter Direktor des Fritz Haber Instituts für physikalische Chemie der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Er leitete das Institut von 1986 bis 2004, zuvor lehrte er in Kalifornien und lange Jahre an der Technischen Universität München.

Die begehrte Auszeichnung ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,42 Millionen Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr hatte der US-Wissenschaftler Roger Kornberg den Chemie-Nobelpreis erhalten. Am Dienstag war bereits der Deutsche Peter Grünberg mit dem Nobelpreis für Physik geehrt worden; er teilt sich die Auszeichnung mit dem Franzosen Albert Fert für bahnbrechende Arbeit zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Computer-Festplatten. (mg)

Holger Schumacher.  Quelle und Copyright: www.dw-world.de/