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Eingedeutscht - Denglisch oder Unsinn von Beamer bis Smoking
Oldtimer "Classic Car" oder "Vintage Car" lautet die korrekte englische Bezeichnung für historische Autos. Mit "Oldtimer" bezeichnen Amerikaner, Engländer oder Australier alte, erfahrene Menschen oder Opas. Im deutschen Sprachgebrauch stehen Oldtimer für gut erhaltene, alte Fahrzeuge. Der Oldtimer hat es sogar in den behördlichen Sprachgebrauch geschafft. Ist ein Auto älter als 30 Jahre und hat es die TÜV-Prüfung erfolgreich bestanden, bekommt das Nummernschild den Zusatz "H" für historisch. Im Fahrzeugbrief wird "Oldtimer" eingetragen.
Handy Scheinanglizismen und Denglisch sind keine hochtrabenden Disziplinen der Wissenschaft. Stattdessen gehören solche Worte zum Alltag und durchziehen den Sprachgebrauch ganz selbstverständlich. Kaum hat ein Begriff einen englischen Klang, hört er sich für viele Zeitgenossen cool und lässig an. Das "Handy" ist als scheinbar englischer Ausdruck der bekannteste Fall. Dieses Wort bezeichnet im Deutschen Mobiltelefone, die in England "mobile phones (mobiles)" und in Amerika "cellular phones (cells)" genannt werden. Trotzdem ist Handy kein Scheinanglizismus, weil der Begriff aus der Frühzeit der mobilen Kommunikation stammt. Im Gegensatz zu den militärisch genutzten Walkie-Talkies nannte Hersteller Motorola die Telefone für den Privatgebrauch damals Handie-Talkie, woraus Handy entstand. Die Konkurrenz bezeichnete ihre Produkte Anfang der 90er als Handheld-Phones, was oft als Handy abgekürzt wurde.
Showmaster Mit dem Lied "Showmaster ist mein Beruf" etablierte der Niederländer Rudi Carell die Bezeichnung Showmaster in unseren Breiten. Daraus wurde später Quizmaster, Hans-Joachim Kulenkampff nannte sich in Anlehnung an die Talkshow einen Talkmaster. Englisch sprechende Zeitgenossen würden eher zu den Worten "Host" oder "Presenter" greifen. In Deutschland gab es jedoch in totaler Verdrehung sogar den Showmeister oder den Unterhaltungsmeister. Mehrmals durch die Übersetzungsmühle gezogen machen diese Mischmasch-Begriffe gar keinen Sinn mehr.
Smoking Selbst der Smoking ist keine korrekt übertragene Bezeichnung. Amerikaner würden zu der eleganten Abendbekleidung "Tux" oder "Tuxedo" sagen. Ältere Engländer, Waliser oder Schotten würden zur Not noch "Smoking Jacket" verstehen. Daraus entstand der Begriff Smoking. Aktueller ist jedoch "Dinner Jacket". Wer trägt auch schon ein Nichts aus Rauch am Körper? Ursprünglich kommt der Begriff vom walisischen Prinzen Edward aus dem Jahr 1865. Für seine Abendgesellschaften ließ sich der Adelige von seinem Schneider eine legeres "Dinner Jacket" schneidern. In Berichten über diese Abende tauchte jedoch das "Smoking Jacket" auf, was die Deutschen entscheidend prägte.
Beamer Das Wort Beamer klingt nach Fortschritt, Technik und hoher Qualität. Wörtlich übersetzt käme aber der wenig prickelnde Begriff "Strahler" heraus und schon stürzt das gedankliche High-Tech-Gebäude vom Kino in den eigenen vier Wänden ein. Kanadier, Neuseeländer und Iren sagen zu solchen Geräten "Projector". Sportbegeisterte Muttersprachler denken bei Beamer an einen regelwidrigen Schlag beim Cricket. "Beamer", "Beemer" oder "Bimmer" heißen in Amerika dagegen umgangssprachlich die Autos und Motorräder von BMW. "Beamen" meint in der Science-Fiction-Serie Star Trek den superschnellen Transport. Beim Theater sind "Beamer" spezielle Scheinwerfer.
Hometrainer Auch den Begriff Hometrainer gibt es im Englischen nicht. "Exercise Bike" oder "Fitness Machine" sind die richtigen Bezeichnungen. Hierzulande ist der Hometrainer ein zu Hause stehendes immobiles Fahrrad, mit dem man seine Fitness trainieren kann. Etwas aufwändiger sind Ergometer, bei denen man die Fahrleistung in Watt ablesen kann. So können Mediziner mit Ergometern Gesundheitsparameter und Ausdauer überprüfen. Der Unterschied zu den Heimtrainern liegt im deutschen Recht. Diese Geräte dürfen eine genaue Leistungsabfrage in Watt nicht anbieten.
Pullunder Mit viel gutem Willen lässt sich Pullunder als Drunterzieher übersetzen, was damit der gängigen Bedeutung total widerspricht, wird doch der Pullunder über andere Oberbekleidung getragen. Im Englischen existiert dieses Wort nicht. "Sweater vest", "Slipover" oder "Tank Top" kommen dem deutschen Gebrauch nahe. Wer genauer nachschaut, entdeckt den Pullunder im Englischen doch noch: Ein Kleidungsstück, das man über die Beine zieht. Das wäre dann eine Art Leggins.
Ego-Shooter Unter Computer-Spielern sind Ego-Shooter beliebt. Das sind jedoch keine Einzelkämpfer oder Akteure, die nur ihre eigene Meinung gelten lassen. Ego-Shooter sind Spiele, bei denen der Nutzer das Geschehen aus der Ich-Perspektive verfolgt. In englischen Wörterbüchern findet sich dieser Ausdruck nicht wieder. Im angelsächsischen Sprachgebrauch heißen solche Spiele First-Person-Shooter und bezeichnen wie im Deutschen die Ego-Shooter martialische Spiele wie Doom, Counterstrike und Quake.