Borussia Dortmund ist ein Sportverein mit den Abteilungen Fußball, Handball und Tischtennis. Zusätzlich zu diesen sportlichen Abteilungen gibt es seit Ende 2004 auch eine gleichberechtigte Fanabteilung, die die Belange der Anhänger des Vereins vertritt. Der offizielle Name lautet Ballspielverein Borussia 1909 e.V. Dortmund und wird häufig abgekürzt mit BVB oder BVB09.
Bekannt und in weiten Teilen Deutschlands populär ist insbesondere
seine Fußballabteilung. Der sechsfache deutsche Fußballmeister ist
einer der führenden Vereine der Bundesliga und eine Institution des Ruhrgebiets und Westfalens.
Sportliche Erfolge
Im Bereich Fußball:
- Deutscher Meister (6): 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002
- Deutscher Vizemeister (4): 1949, 1961, 1966, 1992
- DFB-Pokalsieger (2): 1965, 1989
- DFB-Pokalfinalist (1): 1963
- Supercupsieger (3): 1989, 1995, 1996
- Deutscher Hallenmeister (4): 1990, 1991, 1992, 1999
- Sieger des Europapokals der Landesmeister/Champions League (1): 1997
- Sieger des Europapokals der Pokalsieger (1): 1966 (Borussia Dortmund ist der erste Deutsche Verein, der einen Europapokal gewann)
- UEFA-Pokalfinalist (2): 1993, 2002
- Weltpokal-Sieger (1): 1997
- Westdeutscher Meister (6): 1948, 1949, 1950, 1953, 1956, 1957
- Westfälischer Meister (1): 1947
Darüber hinaus wurden die A-Junioren des Vereins fünfmal Deutscher Meister (1994 - 1998), die B-Junioren viermal (1993, 1996, 1998 und 2005.
Die Frauen-Handball-Mannschaft wurde 1997 DHB-Pokalsieger.
Geschichte
Der Verein wurde am 19. Dezember 1909 von Mitgliedern des katholischen Jünglingsvereins der Dreifaltigkeitsgemeinde, die zu einem großen Teil aus jungen Stahlarbeitern und Bergleuten bestand, im Wirtshaus "Zum Wildschütz" am Borsigplatz in der Dortmunder Nordstadt gegründet. Man wollte damit gegen die ablehnende Haltung der Kirche
gegenüber dem Fußballspiel rebellieren. Die Vereinsgründung erfolgte
sehr spontan und turbulent, da der Vikar der Dreifaltigkeitsgemeinde,
Hubert Dewald, zur zukünftigen Unterbindung des Fußballspielens einen
weiteren Gottesdienst am Sonntag Nachmittag, dem Spieltag, ansetzte.
Diese weitere Provokation der Fußballspieler sorgte für den spontanen
Beschluss, einen eigenen und von der Kirche unabhängigen Verein zu
gründen. So wurde am 4. Advent 1909 in einem Nebenraum der Gaststätte "Zum Wildschütz" am Borsigplatz
der "Ballspielverein Borussia Dortmund" gegründet. Der Vikar der
Gemeinde erfuhr von der Gründungsversammlung und versuchte diese noch
zu verhindern. Ihm wurde allerdings gewaltsam der Zutritt zum
"Wildschütz" verwehrt. Trotzdem sprangen darauf hin eine ganze Reihe
von potentiellen Vereinsgründern wieder ab. Da die Gründung spontan und
unvorbereitet ablief, gab es auch keine Überlegungen für einen Namen.
Der Zusatz "Borussia" wurde gewählt, da es sich um den Namen des im
"Wildschütz" ausgeschenkten Bieres der "Borussia-Brauerei" handelte,
die unweit des Borsigplatzes ihren Sitz hatte (heute Standort der Dortmunder Actien-Brauerei).
Da es keinen besseren Alternativvorschlag gab, wurde dieser angenommen.
Damit erhielt der Verein also den Namen des "Lieblingsbiers" der
Gründer und die Namenswahl ist nicht als bewusster Ausdruck eines
Nationalstolzes zu verstehen, wie es bei vielen anderen
Vereinsgründungen dieser Zeit der Fall war (Borussia ist die lateinische Bezeichnung für Preußen). Der erste Vorsitzende des Vereins wurde Heinrich Unger. Ihm folgte schnell Franz Jacobi, der den Verein bis 1923 leitete. Genau die Hälfte der 18 Vereinsgründer sollten das zehnjährige Jubiläum des BVB nicht erleben. Sie starben im 1. Weltkrieg
an der Front. Die 18 Vereinsgründer des BVB waren: Heinrich Cleve,
Franz Braun, Paul Braun, Hans Debest, Paul Dziendzielle, Franz Jacobi,
Julius Jacobi, Wilhelm Jacobi, Hans Kahn, Gustav Müller, Franz Risse,
Fritz Schulte, Hans Siebold, August Tönnesmann, Heinrich Unger, Fritz Weber, Franz Wendt und Robert Unger.
In inniger Rivalität ist Borussia verbunden mit dem Lokalrivalen aus Gelsenkirchen, dem FC Schalke 04.
1910 bis 1920 - Erste Erfolge
Im Dezember 1910 wurde Borussia Dortmund in den Westdeutschen Spiel-Verband (WSV) aufgenommen und bestritt das erste Punktspiel in Castrop-Rauxel gegen die Fußballmannschaft Spielabteilung des Turnerbundes Rauxel, das 1:0 gewonnen wurde. Erst im Jahre 1911 wurde der Verein zum offiziellen Spielbetrieb in der untersten Liga (C-Klasse)
zugelassen. Nachdem der BVB sofort den ersten Platz in der C-Klasse
belegte und diesen Erfolg nach zwei weiteren Jahren in der B-Klasse
wiederholte, spielte man zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der
damals höchsten Spielklasse, der A-Klasse. Da wegen des 1. Weltkrieges die Saison 1914/15 abgebrochen werden musste, konnte die Borussia ihre Erfolge nicht weiterführen.
Erst in der Saison 1918/19 spielte Borussia Dortmund wieder in der obersten Klasse mit. Man trug sich 1919 in das Vereinsregister ein. Da 1919/20 die neue oberste Klasse, die Bezirksklasse, eingeführt wurde, spielte man nun nur noch zweitklassig.
1920 bis 1930 - Wichtiger Stadionausbau
Im Jahre 1923 trat Franz Jacobi als Vorsitzender des Vereins zurück. 1924 wurde die Weiße Wiese, der damalige Austragungsort der Fußballspiele, ausgebaut. Im Jahr 1926
gewann der BVB die Vizemeisterschaft in der 2. Bezirksklasse und stieg
damit erneut in die höchste Spielklasse auf. Man konnte sich jedoch
nicht lange dort halten und musste nach dem verlorenen
Entscheidungsspiel gegen Langendreer 04 (1:3 nach Verlängerung) wieder zurück in die Zweitklassigkeit.
1930 bis 1940 - Stetige Entwicklung
Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde in den 30er Jahren als oberste Spielklasse die so genannte Gauliga
eingeführt. Sportlich hatte der BVB nun eine erfolgreiche Zeit. In der
Saison 1935/36 stieg man in die Gauliga Westfalen auf. Gleichzeitig
wurde der erste professionelle Trainer der Borussen angestellt, Fritz Thelen.
Borussia Dortmund entwickelte sich zu einer der besten
Fußballmannschaften Deutschlands, was besonders durch den ersten
Nationalspieler der Borussen, August Lenz, möglich wurde. Für den Bau des Hoeschparks durch den Reichsarbeitsdienst wurde dem BVB das Stadion Weiße Wiese
und das dazugehörige Vereinsgelände von der Stadt Dortmund (die damals
keine so große Solidarität mit dem Verein zeigte wie heutzutage)
entschädigungslos enteignet. Daher musste der Verein im Jahr 1937 in das Stadion Rote Erde (damals: "Kampfbahn Rote Erde") in den bürgerlichen Süden Dortmunds umziehen. Im Tschammerpokal, dem Vorläufer des DFB-Pokals, erreichte man im selben Jahr das Viertelfinale (3:4 gegen SV Waldhof Mannheim). In den darauf folgenden Jahren wurde der BVB mehrmals Vizemeister (1938 und 1942). Die A-Jugend des BVB gewann in Jahr 1939 die Westfalenmeisterschaft und die Westdeutsche Meisterschaft.
1940 bis 1950 - Schwere Zeiten und erfolgreicher Neubeginn
Der Gewinn der Vizemeisterschaft 1942 läutete ein sportlich relativ erfolgreiches Jahrzehnt für Borussia Dortmund ein, das allerdings vom 2. Weltkrieg und der Diktatur des 3. Reich weiterhin überschattet wurde. Die durch Sozialdemokraten, Kommunisten und polnische Zuwanderer geprägte Dortmunder Nordstadt war eine Hochburg der Antifaschisten in Dortmund.
Dies fand auch seinen Widerhall in dem tief in diesem Viertel
verwurzelten BVB. So waren eine Reihe aktiver Vereinsmitglieder im
Widerstand gegen die Nationalsozialisten
tätig und nutzten dabei auch die Infrastruktur des Vereins,
beispielsweise die Druckmaschinen zur Vervielfältigung von
Flugblättern. Diesen mutigen Einsatz bezahlten eine Reihe dieser
aktiven Borussen mit ihrem Leben, unter anderem Heinrich Czerkus - Vereinswart des Stadions und der Vereinsanlagen bis zu deren Enteignung - oder Franz Hippler - Vorsitzender der Handballabteilung des Vereins. Beide wurden noch am Karfreitag 1945 von der Gestapo ermordet (Mahnmal Bittermark). Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau des Vereins. Durch den Verlust vieler Spieler wurden viele Vereine in Deutschland
praktisch zerstört. Auch der BVB musste sich aus den Wirren der
damaligen Zeit befreien und zunächst eine Wiederzulassung erwirken.
Doch bereits im August 1945 wurde auf der Roten Erde wieder Fußball gespielt.
Einer der wichtigsten Erfolge für Borussia Dortmund in den 40er Jahren war der Gewinn der Westfalenmeisterschaft 1947 gegen den FC Schalke 04, die man sich im Endspiel in Herne mit 3:2 sicherte. Dieser Sieg ging als die Wende im Westen in die Fußball-Geschichte des Ruhrgebietes
und Westdeutschlands ein, da jahrzehntelang der Verein Schalke den
Fußballsport im Revier beherrschte und der BVB nach diesem historischen
Sieg fortan die Führung im Ruhrgebiets- und westdeutschen Fußball
übernahm. Aber auch die Meisterschaften in den Saisons 1947/48 und
1948/49 in der neuen Oberliga West waren wichtige Ereignisse in der Vereinsgeschichte. Im Jahre 1949 stand der BVB erstmals im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den VfR Mannheim, das jedoch mit 3:2 (nach Verlängerung) verloren ging.
1950 bis 1960 - Zwei Mal Deutscher Meister
Nachdem man sich 1949/50 zum dritten Mal in Folge die
Westfalenmeisterschaft gesichert hatte, traf die Borussia im
Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft erneut auf den VfR Mannheim.
Dieses Spiel verlor der BVB jedoch wieder, diesmal mit 1:3.
Der Erfolg der 40er Jahre setzte sich aber in den 50er Jahren fort.
In der Saison 1952/53 gelang der Gewinn der vierten
Westfalenmeisterschaft.
Im Jahr 1954 fand in der Schweiz die Fußballweltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft, zu der auch der BVB-Torwart Heinrich Kwiatkowski zählte, holte sich überraschend den Titel.
Bei Borussia Dortmund verlief die Saison 1955/56 genauso erfolgreich
wie die vorherige. Man gewann die fünfte Westfalenmeisterschaft, auf
die der erneute Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft folgte.
Der BVB besiegte den Karlsruher SC mit 4:2 und wurde zum ersten Mal Deutscher Meister. Im Jahr 1957 verteidigte Borussia Dortmund mit der gleichen Aufstellung wie im Vorjahr die Deutsche Meisterschaft mit einem 4:1 gegen den Hamburger SV, nachdem man sich die bis dato sechste Westmeisterschaft gesichert hatte.
1960 bis 1970 - Bundesliga und Europapokal
1960/61 verlor man das Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:3. Im letzten Jahr vor der Einführung der Bundesliga, 1963, gewann der BVB zum dritten Mal die Deutsche Meisterschaft mit einem 3:1 gegen den 1. FC Köln. Den DFB-Pokal konnte man trotz des erstmaligen Erreichens des Finales nicht gewinnen. Borussia Dortmund beendete die Ära der Oberliga West als erfolgreichster Verein in der gesamten Geschichte dieser Klasse.
Nachdem der Start der neuen Bundesliga in der Saison 1963/64
erfolgte, zu deren Gründungsmitgliedern natürlich der amtierende
Deutsche Meister Borussia Dortmund zählte, gehörte der Verein zu den
Favoriten auf den Titel. Man belegte jedoch am Ende nur den 4. Platz.
Im Europapokal der Landesmeister, für den man sich eine Saison früher qualifiziert hatte, gelangte der BVB bis ins Halbfinale, nach dem man den Favoriten Benfica Lissabon eine Runde zuvor 5:0 besiegt hatte.
Nachdem Borussia Dortmund 1965 zum zweiten Mal das Finale des DFB-Pokals erreichte, gewann man dieses gegen Alemannia Aachen mit 2:0. Auch im Europapokal der Pokalsieger schaffte es der BVB 1966 bis ins Finale. Hier traf man auf den Favoriten FC Liverpool,
den man mit 2:1 (nach Verlängerung) besiegte, und holte damit als erste
deutsche Mannschaft einen europäischen Pokal. In der Bundesliga wurde
man trotz Doppelbelastung Vizemeister.
1970 bis 1980 - Abstieg, neues Stadion, Wiederaufstieg
Das Ende des Jahrzehnts bedeutete für Borussia Dortmund auch das
Ende der Bundesligazugehörigkeit. Da Stillstand in der Mannschaft
herrschte, stieg man 1972, 36 Jahre nach dem Aufstieg in die höchste Spielklasse, in die Regionalliga West ab.
Im Jahr 1974, als in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft stattfand, bekam der BVB auch ein neues Stadion, das Westfalenstadion. Im Laufe der Jahre wurde es immer weiter ausgebaut und so das Fassungsvermögen deutlich erhöht.
Der Zweitklassigkeit entkam man in der Saison 1975/76. Dies gelang mit Rang Zwei in der neuen zweigleisigen 2. Bundesliga und Siegen in den Endscheidungsspielen um den Aufstieg gegen die Mannschaft des 1. FC Nürnberg
(1:0 und 3:2). Im ersten Jahr der erneuten Bundesligazugehörigkeit
erreichte der BVB den sicheren achten Rang. Durch das neue Stadion kam
es zu einem Zuschauerboom ohnegleichen. Über 40.000 Menschen wollten im
Schnitt die Heimspiele der Borussia sehen. Nicht einmal Schalke (als
Vizemeister in dieser Saison und einem Stadion, das über 15.000
Menschen mehr fasste als das Westfalenstadion) konnte an die
Zuschauerzahlen der Borussia herankommen. Der Meister aus
Mönchengladbach hatte gar nur etwa halb so viele Zuschauer wie der BVB.
1980 bis 1990 - Schulden, Talfahrt - Pokalsieger
In den 80er Jahren konnte der BVB nicht an die Erfolge der letzten Jahrzehnte anknüpfen. Zwar holte man 1980 den Trainer Udo Lattek, mit dem man 1980/81 fast die UEFA-Pokal-Qualifikation geschafft hätte, doch die erhofften Titel blieben vorerst aus.
Der Verein verschuldete sich mit über 8 Millionen DM. In folge dessen ernannte das Amtsgericht Dortmund am 23. Oktober 1984 einen Notvorstand. Präsident wurde Dr. Reinhard Rauball. Als Vizepräsident wurde ihm Dr. Gerd Niebaum zur Seite gestellt, der 1986
das Amt des Präsidenten übernahm. Sportlich blieb es bei der Talfahrt.
1984/85 konnte man sich noch auf den 14. Platz retten. In der darauf
folgenden Saison ging es jedoch in die Relegation. Gegen Fortuna Köln
musste die Borussia drei Mal antreten. Das Hinspiel wurde 2:0 verloren.
Im Rückspiel siegte man 3:1 und erwirkte so ein weiteres Spiel. Das
erforderliche dritte Spiel konnte Borussia Dortmund mit 8:0 im
Düsseldorfer Rheinstadion für sich entscheiden und so einen zweiten
Abstieg aus der Bundesliga nach 1972 verhindern. Mehr als 30.000 Borussen begleiteten damals ihren Verein zu diesem Schicksalsspiel ins Rheinstadion.
Ende der 80er Jahre lief es wieder erfolgreicher. In der Saison
1986/87 erreichte man Platz 4 und somit die Teilnahme am UEFA-Pokal. Im
DFB-Pokal kam man 1989 bis ins Finale und besiegte Werder Bremen
mit 4:1. Der erste Titel seit 23 Jahren und gleichzeitig der zweite
DFB-Pokal-Sieg für den BVB war perfekt. Mehr als 40.000 BVB-Fans
begleiteten ihre Borussia nach Berlin ins (mit 76.000 Zuschauern
ausverkaufte) Olympiastadion - noch nie zuvor wurde ein Deutscher
Fußball-Verein bei einem Pokalfinale von derart vielen Fans
unterstützt. Eine viertel Million begeisterter Menschen empfing die
Mannschaft am nächsten Tag in Dortmund.
1990 bis 2000 - Hitzfeld, der Meistermacher
Nach den mageren 80er Jahren waren die 90er Jahre für den BVB
wieder ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt, welches aber neben seinen
Höhen auch Tiefen besaß.
1991 wurde der in Deutschland damals relativ unbekannte Ottmar Hitzfeld vom Grasshopper-Club Zürich verpflichtet, was sich als echter Glücksgriff
für die Borussia herausstellen sollte. Denn schon in seiner ersten
Saison 1991/92 war man dem Erfolg sehr nah, der Meistertitel wurde erst
am letzten Spieltag verspielt. Dennoch empfingen 30.000 BVB-Fans am
Folgetag die Mannschaft der Borussia am Dortmunder Rathaus. Im
UEFA-Pokal kam man auch so weit wie lange nicht mehr. 1993 erreichte Borussia Dortmund das Finale; unterlag aber mit 3:0 und 3:1 dem Favoriten Juventus Turin.
Doch der Erfolg sollte nicht ausbleiben. 1995
hieß der Deutsche Meister wieder BVB. In einer spannenden Saison
sicherte man sich den Titel vor Werder Bremen. Dieser erste
Meistertitel des BVB nach 32 Jahren blieb nicht ohne Folgen: Nach
Polizeiangaben und seriösen Medien-Schätzungen feierten am Tag nach dem
Titelgewinn, rund um den Empfang der Meistermannschaft am Dortmunder
Rathaus, mehr als 500.000 BVB-Fans den Deutschen Meister BVB in den
Straßen und auf den Plätzen Dortmunds. Noch nie zuvor und nie wieder
danach wurde ein Deutscher Fußball-Verein von so vielen Menschen
gefeiert. Auch in der nachfolgenden Saison 1995/96 behielt Borussia
Dortmund die Oberhand. Zwar gab es einige Rückschläge durch viele
Verletzungen, aber letztendlich holte sich der BVB 1996 die bis dahin fünfte Meisterschale.
Auch auf europäischer Bühne waren die Borussen siegessicher. 1997
erreichte man das Finale der Champions League. Im Spiel gegen Juventus
Turin konnte man sich durch ein 3:1 die begehrte Trophäe sichern.
Obwohl die UEFA
für diesen Tag offensichtlich hauptsächlich darauf bedacht war,
Sponsoren und VIPs mit Karten zu versorgen (der BVB und Juventus
bekamen 17.200 Karten, was von den BVB-Fans als eindeutig zu wenig
bewertet wurde), waren dennoch 25.000 BVB-Fans bei diesem Finale im
ausverkauften Münchener Olympiastadion zugegen. Am Rande gewann man gleich noch den Weltpokal im selben Jahr gegen Cruzeiro Belo Horizonte mit 2:0.
Nach den großen Erfolgen kam aber der Umbruch. Der langjährige
Trainer Ottmar Hitzfeld verließ den Verein, das Stadion wurde weiter
ausgebaut und auch der Kader veränderte sich. Neben vielen älteren
Leistungsträgern, die die Mannschaft verließen, kamen auch viele
Neulinge, von denen sich aber nur wenige als Highlights herausstellten.
So ging es stetig bergab. Die Saison 1999/2000 war der unrühmliche
Tiefpunkt der Talfahrt. Nur durch den erfahrenen Trainer Udo Lattek
konnte man den BVB vor einem Abstieg bewahren.
ab 2000 - Börsengang, Meisterschaft und wirtschaftliche Krise
In den letzten Jahren gab es in Dortmund einen weiteren Umbruch. Am 28. November 1999 beschloss die Mitgliederversammlung die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Als erster Fußballbundesligist ging Borussia Dortmund am 31. Oktober 2000 an die Börse. Der Ausgabekurs der BVB-Aktie lag seinerzeit bei 11 Euro. Man platzierte 13,5 Millionen Aktien an der Börse, die einen Emissionserlös von 165 Millionen Euro brachten.
Von 2000 bis 2004 war der frühere Erfolgsspieler Matthias Sammer
Cheftrainer. Ein großer Teil der Einnahmen aus dem Börsengang wurde in
die Aufrüstung der Mannschaft gesteckt. Es kamen Spieler wie Tomáš Rosický, Jan Koller, Marcio Amoroso und Ewerthon.
2002 wurde Borussia Dortmund überraschend zum sechsten Mal Deutscher Meister vor Bayer Leverkusen, das an den letzten drei Spieltagen noch eine Fünf-Punkte-Führung verspielte.
In derselben Saison erreichte der BVB das UEFA-Pokal-Finale, wo man Feyenoord Rotterdam knapp mit 2:3 unterlag. Zuvor wurde durch eine Galavorstellung der AC Mailand mit 4:0 im Hinspiel ausgeschaltet.
Die Jahre ab 2002
gestalteten sich jedoch weit weniger erfolgreich. In der Saison 2002/03
schied der BVB bereits in der Champions League-Zwischenrunde aus. Ein
Jahr später scheiterte der Verein schon in der
Champions-League-Qualifikation und erreichte damit "nur" den
UEFA-Pokal, aus dem man aber auch bereits in der 2. Runde ausschied. In
der Saison 2003/04 versäumte der Verein sogar eine Qualifikation für
den UEFA-Pokal.
Durch die letzten Misserfolge leidet der Verein unter erheblichen
finanziellen Lasten. Allein im Geschäftsjahr 2003/04 erwirtschaftete
die KGaA ein Minus von über 60 Millionen Euro, der Schuldenstand
erhöhte sich auf über 118 Millionen Euro. Infolgedessen sah sich die
KGaA gezwungen, teure Spieler (darunter auch Leistungsträger wie Torsten Frings)
abzugeben. Kritiker werfen der Vereinsführung unprofessionelles Handeln
vor; der Verein habe sowohl Millionen aus dem Börsengang als auch die
Einnahmen aus dem Verkauf des Westfalenstadions "vernichtet".
Inzwischen liegt die Notierung der BVB-Aktie weit unter dem Ausgabekurs. Die Krise führte zum Abtritt der Verantwortlichen um den langjährigen Präsidenten Gerd Niebaum und den ebenfalls seit über zehn Jahren amtierenden Manager Michael Meier.
Zumindest die Lizenz für die Saison 2005/06 ist nach einem finanziellen
Kraftakt gesichert. Der BVB zog nach einer turbulenten Saison 2004/2005
mit dem 7. Platz und 55 Punkten in den UI-Cup, welcher bei einem Finalsieg zur Teilnahme an der ersten Runde des UEFA Cups
berechtigt hätte, ein. Nach einer beängstigend schwachen sportlichen
Hinrunde absolvierte die Mannschaft die erfolgreichste Rückrunde in der
BVB-Bundesligageschichte.
Zur Saison 2005/2006 wurden als Neueinkäufe der schweizer
Nationalspieler Phillip Degen,der holländische Torwart Dennis
Gentenaar,der vom LR Ahlen kommende Bernd Maier und der Südafrikaner
Delron Buckley vorgestellt.
Historische Siege und Niederlagen
Im Folgenden werden historisch wichtige Siege und Niederlagen von
Borussia Dortmund aufgezählt, die durch ihre Besonderheiten wie zum
Beispiel Tore im zweistelligen Bereich bekannt geworden sind.
Siege
Der erste Sieg im Revierderby gegen den Rivalen FC Schalke 04
gelang dem BVB in der Saison 1943/44 im Stadion Rote Erde mit 1:0. Das
entscheidende Tor schoss Borussias erster Nationalspieler August Lenz.
Der bislang höchste Sieg gegen Schalke 04 erreichten die Borussen in der Saison 1965/66 - der BVB gewann mit 7:0.
Im Europapokal der Landesmeister gelang Borussia Dortmund in der
Saison 1963/64 ein als sensationell empfundener 5:0-Heimsieg gegen
Benfica Lissabon. Nachdem man im Viertelfinale gegen Dukla Prag
bestand, kam im Halbfinale das Aus gegen den späteren Wettbewerbssieger
Inter Mailand.
Dafür konnte sich Borussia Dortmund in der Saison 1965/66 als erste
deutsche Mannschaft überhaupt einen Europapokal sichern, als im
Endspiel im Hampden Park (Glasgow) der FC Liverpool mit 2:1 besiegt wurde.
Ihren höchsten Bundesligaheimsieg konnten die Borussen am 6. November 1982 mit 11:1 gegen Arminia Bielefeld feiern (Halbzeitstand 1:1, in diesem Spiel schoss Manni Burgsmüller 5 Tore).
Der höchste Auswärtssieg in der Bundesliga gelang dem BVB am 7. Januar 1967 bei Fortuna Düsseldorf (5:0).
Am 28. Mai 1997
gewann Borussia Dortmund als erste deutsche Mannschaft die Champions
League. Im Finale von München traf der BVB auf den Favoriten Juventus
Turin. Der BVB hatte sich gegen AJ Auxerre (Hinspiel 3:1 und Rückspiel 1:0) und Manchester United (Hinspiel 1:0 und Rückspiel 1:0) ins Finale gekämpft. Der BVB gewann das Spiel mit 3:1.
Niederlagen
Zu trauriger Berühmtheit gelangte am 20. Oktober 1940 die 0:10-Niederlage gegen den SV Arminia 08 Marten.
Im ersten Spiel der Bundesliga am 24. August 1963 traf der BVB auf Werder Bremen. Zwar verlor die Borussia mit 3:2, aber Friedhelm Konietzka schoss nach weniger als einer Minute das erste Tor der Bundesligageschichte.
In der Abstiegssaison 1971/72 verlor der BVB gegen den FC Bayern München mit 1:11.
Die höchste Bundesliga-Niederlage war am letzten Spieltag der Saison 1977/1978 ein 0:12 gegen Borussia Mönchengladbach. Mönchengladbach stand punktgleich an der Tabellenspitze mit dem 1. FC Köln. Die Kölner hatten das bessere Torverhältnis und spielten gegen die bereits abgestiegene Mannschaft vom FC St. Pauli.
Nur durch ein 5:0 der Kölner wurde die 0:12 Niederlage nicht zu einem
Bundesligaskandal, da die Kölner mit 3 Toren Vorsprung Deutscher
Meister wurden. Gleichzeitig war es die höchste Schlappe einer
Mannschaft in der Bundesliga überhaupt und führte zur Entlassung des Trainers Otto Rehhagel, der von den Medien danach auch abfällig Otto Torhagel genannt wurde.
Von seiten der Fans wurde auch die 0:4-Niederlage im Revierderby gegen den FC Schalke 04 am 23. September 2000 als besonders schmerzlich empfunden.
Am 8. Mai 2002 verpasste Borussia Dortmund trotz aufopferungsvoller Leistung im Endspiel gegen den niederländischen Vertreter Feyenoord Rotterdam den Uefa-Cup-Sieg. Das Endspiel, dass in Rotterdam
stattfand, verlor der BVB mit 2:3, außerdem flog Jürgen Kohler nach
einigen Minuten, im fast letzten Spiel seiner Karriere, wegen eines
Foulspiels vom Platz. Mit einem Sieg wäre Borussia Dortmund erst die
sechste europäische Mannschaft gewesen, die alle nationalen und
internationalen Titel gewonnen hat.
Spieler
Dortmunder Spieler nach Auswärtsspiel
Aktueller Kader
Zurzeit umfasst der Profikader folgende Spieler:
- Tor: Dennis Gentenaar, Bernd Meier, Roman Weidenfeller
- Abwehr: Philipp Degen, Marc Heitmeier, Uwe Hünemeier, Christoph Metzelder, Sascha Rammel, Amos Sasy, Christian Wörns, Markus Brzenska
- Mittelfeld: Nizamettin Caliskan, Dédé, Patrick Kohlmann, Florian Kringe, Marc-André Kruska, Lars Ricken, Tomáš Rosický, Sebastian Kehl, Nuri Sahin, Sebastian Tyrala
- Sturm: Mehmet Akgün, Delron Buckley, Jan Koller, David Odonkor, Mahir Saglik, Ebi Smolarek, Marcus Steegmann, Salvatore Gambino, Sahr Senesie
Bekannte ehemalige Spieler
Die folgende Liste beinhaltet Spieler, die zu den bekanntesten
Borussen zählen. Sie sind historisch geordnet, das heißt nach dem
erstmaligen Spielen beim BVB.
Torschützenkönige
In der damaligen Oberliga West konnte sich August Lenz mit 22 Treffern in der Saison 1947/48 in die Liste der Torschützenkönige eintragen.
Adi Preißler wurde 1949 mit 25 Toren und 1950 mit 24 Toren
Torschützenkönig der Oberliga West. Bis heute ist er mit 168 Toren der
Rekordtorschütze des BVB.
Bisher konnten sich zwei Borussen die Torjägerkanone
der Bundesliga holen. In den Saisons 1965/66 und 1966/67 war der
Gewinner Lothar Emmerich. Er erzielte dabei 31 bzw. 28 Tore. Marcio
Amoroso gewann 2001/2002 mit 18 Treffern die Kanone.
Die meisten Tore für die Borussia schoss Manni Burgsmüller, der in
seiner Zeit beim BVB zwischen 1976 und 1983 in 224 Spielen insgesamt
135 Treffer erzielte.
Stadien
Südtribüne des Westfalenstadions
Der erste Austragungsort für die Heimspiele des BVB war die Weiße Wiese. Diese wurde 1924 ausgebaut und in Borussia-Sportpark umbenannt.
Im Jahr 1937 zog Borussia Dortmund in das Stadion Rote Erde um.
Am 2. April 1974 wurde das Westfalenstadion eröffnet. Die neue Spielstätte der Profimannschaft in der 1. Bundesliga ist das Dortmunder Westfalenstadion.
Dieses wurde ursprünglich gebaut, um Spiele der WM 1974 nach
Deutschland zu holen. Die Kosten für den Bau beliefen sich damals auf
34 Millionen DM. Das Stadion bot Platz für 54000 Zuschauer, wobei beide
Hintertortribünen damals noch Stehplätze anboten. 1992 wurde das
Fassungsvermögen durch die Umrüstung von Steh- in Sitzplätze auf der
Nordtribüne auf 43.000 Zuschauer reduziert. Mit den sportlichen
Erfolgen der Borussia in den 90er Jahren wurde auch das
Westfalenstadion schrittweise ausgebaut. Im Rahmen der Ausbaustufe eins
wurden die West- und Osttribüne 1995 um einen Oberrang mit jeweils
6.000 Sitzplätzen aufgestockt. In einer zweiten Ausbaustufe konnte die
Zuschauerkapazität 1998 auf 68.600 erhöht werden. Dabei wurde auch die
Südtribüne, die Fantribüne der treuen Anhänger, auf 25.000 Plätze
erweitert und somit zu Europas größter Stehplatztribüne ausgebaut. Die
Kosten für beide Bauphasen beliefen sich auf 110 Millionen Mark. Die
dritte Ausbaustufe, die die Schließung der bisher noch offenen Ecken
vorsah, beschert dem Westfalenstadion eine Erhöhung des
Fassungsvermögens um exakt 14.499 Zuschauer auf nun 83.000 Plätze in
Ligabetrieb. Dies machte das Dortmunder Stadion zur größten "Fußball
Oper" Deutschlands. Dieser Ausbau wird durch die Tatsache bestätigt,
dass der BVB Europaweit mit knapp 79.000 Besuchern den mit Abstand
größten Zuschauerschnitt Europas vorweisen kann. Bei der Weltmeisterschaft 2006 werden hier neben vier Vorrundenspielen auch ein Achtelfinal- und ein Halbfinalspiel stattfinden. Für die Weltmeisterschaft 2006
fanden einige Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen statt, bei denen
unter anderem auch die Kapazität leicht verringert wurde. Mit derzeit
81.264 Zuschauerplätzen ist es aber immer noch das größte Stadion Deutschlands. Bei der WM 2006 in Deutschland wird das Westfalenstadion also auch eine tragende Rolle erhalten.
Die Fans des BVB
Fans von Borussia Dortmund
Die Anhänger des Fußballvereins Borussia Dortmund stellten in der Saison 2004/2005 mit ca. 1,4 Millionen Zuschauern im Westfalenstadion
(knapp 80.000 pro Spiel) wiederholt einen neuen Bundesliga- und
Europarekord auf. Der BVB verkauft für jede Saison etwa 50.000
Dauerkarten - so viele wie kein anderer deutscher Verein. Borussia
Dortmund hat über 650 offizielle Fanclubs
in der ganzen Welt. Mehr als 25.000 BVB-Fans sind darin organisiert.
Schwerpunktmäßig kommen die Fans der Borussia allerdings aus Dortmund und dem umliegenden westfälischen Umland. Neben Dortmund sind insbesondere Hagen, Hamm, der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Kreis Unna, der östliche Teil vom Kreis Recklinghausen, der Kreis Soest sowie das Sauerland und das Siegerland BVB-Fan-Hochburgen,
in denen kein anderer Verein mehr Fans hat als Borussia Dortmund. Die
fanatischsten unter ihnen verfolgen die Heimspielen ihrer Borussia auf
der Südtribüne des Westfalenstadions - der mit etwa 25.000
Plätzen größten Stehplatz-Tribüne Europas. Die Fans des BVB haben
national wie international aufgrund ihrer besonderen Vereins-Liebe und
Begeisterungsfähigkeit einen hohen Bekanntheitsgrad.
Trainer
Bis zur Einführung der Bundesliga
Seit Bestehen der Bundesliga
Vereinslieder
Das offizielle Vereinslied ist Wir halten fest und treu zusammen. Von dem Lied existieren zwei Versionen: In der heutigen Fassung ist der Refrain Ball Heil Hurra, Borussia vom Verein durch das "politisch korrekte" Hipp Hipp Hurra, Borussia
ersetzt worden. Seit 2005 wird das Vereinslied durch die Fans
regelmäßig in der 9. Spielminute intoniert. Allerdings singen die
BVB-Fans traditionsbewußt die alte Fassung des Liedes.
Ebenso populär ist das Lied Heja BVB (von Karl-Heinz Bandosz gesungen) aus dem Jahr 1977, das auch oftmals für das Vereinslied gehalten wird.
Daneben existieren natürlich noch eine Reihe anderer Fanlieder wie etwa Borussia, Olé, jetzt kommt der BVB, Leuchte auf, Borussia oder auch You'll never walk alone und der Triumphmarsch aus Aida,
die ebenfalls von verschiedenen Künstlern interpretiert worden sind und
regelmäßig im Westfalenstadion gespielt und von den Fans mitgesungen
werden.
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